Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Maiskolben (Bild: ORF)
"STreitkultur"
Gentechnik und unsere Lebensmittel
Immer öfter finden sich Lebensmittel in den Regalen der Geschäfte, die gentechnisch verändert wurden. Was kann der Konsument tun, um dies zu verhindern? Auch darum ging es am Montagabend in der Radio-Kärnten-Streitkultur.
Die EU will sich modernen Techniken nicht verschließen.
Druck kommt aus den USA
Passend zum Themenschwerpunkt "Ernährung" im ORF diskutierte am Montagabend eine hochkarätige Runde in der Radio Kärnten Streitkultur über die Risken von gentechnisch veränderten Lebensmitteln.

Der Jurist Peter Ouschan sagte während der Diskussion, mächtige Konzerne in den USA üben Druck aus, um ihre gentechnisch veränderten Produkte in der EU verkaufen zu können.

Der Wille, dies mit entsprechenden Gesetzen zu ändern, sei in Brüssel nicht erkennbar, sagte Agrar- und EU-Referent Josef Martinz (ÖVP).

"Das Argument der EU ist, dass man sich dem technologischen Fortschritt nicht verschließen will und daher auch auf moderne, zukunftsträchtige Techniken setzt."
Fressen Kühe gentechnisch verändertes Futter, gelangen die Stoffe auch in die Milch.
"Tiere werden durch Gen-Soja unfruchtbar"
In Österreich gebe es zwar das Gentechnikvorsorgegesetz und die für viele zu allgemein gehaltene Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel, dennoch würden 700.000 Tonnen Gen-Soja jährlich nach Österreich importiert - als preisgünstiges Futtermittel für heimische Tiere.

Die Tiere würden dadurch aber nachweislich unfruchtbar, warnte Gentechnik- Experte und Biobauer Volker Helldorf. Über dieses gentechnisch veränderte Futtermittel würden indirekt auch Milch- und Fleischprodukte verunreinigt, die dann ihren Weg in die Regale finden.
Vorschriften müssten EU-weit erlassen werden.
Lebensmittelketten können nicht kennzeichnen
Diese Produkte zu kennzeichnen, sei unmöglich, sagte Alfred Matusek, vom REWE Konzern, zu dem Billa, Merkur und Penny Markt gehören:

"Wenn es für das Futtermittel keine Kennzeichnungsvorschriften gibt, die EU-weit erlassen wurden, können wir das genau so wenig nachvollziehen, wie der gesamte Lebensmittelmarkt."

Das Kennzeichnungsproblem sei ausschließlich auf EU-Ebene zu lösen, sagte Nicole Berkmann von Spar Österreich. Als Handelskette selbst die Herkunft der Produkte zu kontrollieren, sei machbar, aber es ginge nur in Teilbereichen.
Der Konsument darf seine Macht nicht unterschätzen.
Rattenbabys verenden durch Gen-Soja
Was dem Konsumenten bleibt, sei das Vertrauen auf heimische Bio-Produkte, die garantiert frei von gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen sind, sagte Sportmediziner Karl Schnabl.

Dass sich genmanipulierte Lebensmittel negativ auf den Organismus auswirken, sei eindeutig nachweisbar. Laut Primarius Ottmar Oblak hätten Versuche mit Ratten Alarmierendes gezeigt: "Wenn Ratten mit Gen-Sonja gefüttert werden, sind die Jungen kleiner, als normal und nach drei Wochen sind 56 Prozent von ihnen verendet."

Die Macht des Konsumenten dürfe nicht unterschätzt werden, sagten viele der Diskussionsteilnehmer. Steigt das Bewusstsein für heimische Produkte, steige der Druck auf die Konzerne.
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