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MI | 11.04.2012
Walter Mayer nach Amokfahrt in Paternion (Bild: APA - Eggenberger)
Walter Mayer
Alko-Amokfahrt in Kärnten bleibt ohne Folgen
Das Strafverfahren gegen Ex-ÖSV-Trainer Walter Mayer wegen dessen "Amokfahrt" in Kärnten nach den Razzien bei den Olympischen Winterspielen in Turin ist von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt eingestellt worden.
Gutachten attestierten Unzurechnungsfähigkeit
Die Amokfahrt des Salzburgers vom 19. Februar 2006 in Paternion (Bezirk Villach-Land) wird von der Staatsanwaltschaft nicht weiterverfolgt.

In zwei psychiatrischen Gutachten war Mayer attestiert worden, dass er sich bei seiner Unfallfahrt - Mayer war in alkoholisiertem Zustand einer Polizeistreife davongefahren und in eine Straßensperre gerast - in einem psychischen Ausnahmezustand befunden habe und unzurechnungsfähig gewesen sei.
Der Leitende Staatsanwalt Gottfried Kranz: "Diese Unzurechnungsfähigkeit hat die Vorgangsweise in Italien ausgelöst. Er ist quasi auf der Flucht von Italien auf dem Weg nach Hause gewesen und hat sich in Paternion noch etwas mit Alkohol eingedeckt, sodass durch die Kombination von Alkohol und Selbstmordgedanken die Zurechnungsfähigkeit auszuschließen war."
Unfall Walter Mayer in Paternion (Bild: APA - Eggenberger)
Dr. Herwig Hasslacher, Rechtsanwalt (Bild: Kanzlei Hasslacher, Villach)
Mayers Anwalt, Herwig Hasslacher, will um Mayers Rehabilitation kämpfen.
Prozess gegen Anti-Doping-Chef im Februar
Zudem ist in der Klage Mayers gegen Dick Pound, den Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur, vom Landesgericht für Strafsachen Wien der Prozesstermin für 13. Februar 2007 angesetzt worden.

Mayers Anwalt, Herwig Hasslacher, freut sich, dass betreffend die Privatklage Mayers wegen übler Nachrede gegen den Vorsitzenden der WADA, nun der erste Termin festgesetzt wurde. Der Kärntner wird Mayer in diesem Verfahren gemeinsam mit dem in Wien ansässigen Anwalt Felix Klement, der Mayer privat kennt, vertreten.
Wegen falscher Anschuldigung geklagt
Mayer hatte den Kanadier wegen dessen in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" getätigten und in der Folge in anderen Medien wiedergegebenen Aussage geklagt, in Mayers Haus seien Dinge und Instrumente gefunden worden, die für Blutdoping geeignet seien.

Laut Hasslacher war jedoch das von zwei WADA-Kontrolloren im Jänner 2006 im Keller von Mayers Pension in Ramsau am Dachstein aufgefundene Gerät nicht - wie von diesen an WADA und IOC kommuniziert - ein "Blutdopinggerät", sondern "ein simples Laktatmessgerät, wie es für jeden Spitzensportler verwendet wird.
"Werden um Mayers Rehabilitation kämpfen"
"Wir freuen uns darauf und werden um Mayers Rehabilitation kämpfen", erklärte Hasslacher. Er sagte am Mittwoch auch, er habe erfahren, dass der Grazer Anwalt Lukas Held mit einer Vollmacht von Dick Pound ausgestattet ist. "Wir hoffen, dass das ein Signal ist, dass sich Pound dem Verfahren stellt", meinte Hasslacher.

Er betonte auch, dass Mayers Athleten während dessen langjähriger Trainertätigkeit bei keiner einzigen Dopingkontrolle positiv getestet worden seien und über Jahre hinweg Spitzenleistungen gebracht hätten.
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