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MI | 11.04.2012
Fritz Sitte (Bild: APA/privat)
Der letzte Abenteurer
Journalist und Fotograf Fritz Sitte ist tot
Eine Legende des Kärntner Journalismus ist tot. Der Abenteurer Fritz Sitte ist am Sonntag, im Alter von 82 Jahren gestorben. Er hat zahlreiche Krisengebiete der Erde bereist und zahlreiche Bücher über seine Erlebnisse geschrieben.
Kriegsberichterstatter von Weltruf
Der bekannte Kärntner Journalist, Fotograf und Kriegsberichterstatter Fritz Sitte starb am Wochenende im Alter von 82 Jahren im Villacher LKH an Blutkrebs. Wie der vor einem Jahr verstorbene Heinrich Harrer galt Sitte als einer der letzten Abenteurer.
Lokalreporter beim "Kärntner Grenzruf"
Der 1924 in Krems an der Donau geborene Sitte übersiedelte 1938 nach Villach. Bereits während der Schulzeit war er als Lokalreporter für den "Kärntner Grenzruf" tätig.

Nach dem Wehrmachtsdienst als Panzersoldat arbeitete Sitte nach Kriegsende als Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Damals begann Sitte mit seinen Reisen in alle Teile der Welt, über die er Reportagen schrieb.
Reportagen in "Life", "Stern" und "Observer"
1967 gelang Sitte der internationale Durchbruch. Als einer der ganz wenigen Journalisten war er während des Bürgerkrieges im Jemen und entdeckte eine "publizistische Marktlücke": Reportagen mit abenteuerlichen persönlichen Erlebnissen und zeitgeschichtlichen Ereignissen.

Sitte wurde auch Fotoreporter, seine Beiträge erschienen in "Life", "Paris Match", "Stern", "Bunte", "Quick" oder in der Farbbeilage des "Observer". Ab 1968 machte er auch TV-Filme von seinen Abenteuerreisen. Sein Bericht über die Unita-Rebellen in Angola wurde von BBC, ZDF, NBC und skandinavischen Anstalten ausgestrahlt.
Monatelange Reisen, unsägliche Entbehrungen
Sitte war auch im Tschad, im Südsudan, in Afghanistan, in Mittel- und Südamerika, bei den Kurden, in Burma, bei den Roten Khmer in Kambodscha, in der Antarktis sowie im südlichen Afrika unterwegs gewesen.

Seine Reisen dauerten oft monatelang und waren verbunden mit illegalen Grenzübertritten, mit Fußmärschen bis zu 2.500 Kilometern, mit Kampfhandlungen, Hunger- und Durstperioden sowie sogar mit "Kopfgeld"-Ausschreibungen.
Renner-Preis für "Flammenherd Angola"
Seinen Jugendtraum, Bücher zu schreiben, hat Sitte 1972 zu verwirklichen begonnen. Für sein Werk "Flammenherd Angola" wurde er im Jahr darauf mit dem Renner-Preis für Publizistik ausgezeichnet.

Insgesamt sind es 24 Bücher geworden, mit denen der Villacher weltweit Aufsehen erregt hat. Als Auszeichnungen wurden ihm der Kulturpreis der Stadt Villach (1988), der Berufstitel Professor (1995) und das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten (1999) verliehen.
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