Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Baustellen-Lastwagen im Tunnel (Bild: ORF)
EU-Serie
Mehr Sicherheit im Karawankentunnel
Der Karawankentunnel wird derzeit sicherheitstechnisch aufgerüstet. Bis 2019 muss laut EU-Vorgaben auch ein Fluchtstollen gebaut werden. Eine Studie soll klären, ob nicht gleich der Bau einer zweiten Tunnelröhre sinnvoller wäre.
"Befriedigend" bei ÖAMTC-Sicherheitstest
Im Sicherheitstest des ÖAMTC schneidet der 7,8 Kilometer lange einröhrige Karawankenautobahn-Tunnel zwischen Kärnten und Slowenien gerade noch mit befriedigend ab, ein Pluspunkt sei aber die gute Lüftung.
Technische Aufrüstung noch bis Weihnachten
Ein bisschen sicherer soll der Tunnel bereits bis Weihnachten werden: Die Wände bekommen einen neuen, reflektierenden Anstrich; außerdem wird das Funk- und Notrufsystem auf den neuesten technischen Stand gebracht. Dafür investiert die Autobahngesellschaft ASFINAG zwei Millionen Euro.
EU-Richtlinie sieht weitere Maßnahmen vor
Doch damit ist es in den nächsten Jahren nicht getan. Die EU verlangt in einer Richtlinie höhere Sicherheitsstandards für Straßentunnels.
Bis 2019: Neues Lüftungs- und Fluchtsystem
ASFINAG-Projektleiter Wilhelm Lorber: "Bis 2014 und spätestens bis 2019 müssen wir das Lüftungssystem im Mittelbereich adaptieren. Wenn keine zweite Röhre kommt müsste ein entsprechendes Flucht- und Rettungssystem installiert bzw. neu gebaut werden."
Eine Studie soll klären, ab wann der Grenzwert von 20.000 Fahrzeugen pro Tag überschritten sein wird
Verkehrsfrequenzmessung bis Frühjahr 2007
Die ASFINAG lässt derzeit gemeinsam mit Slowenien mehrere Varianten prüfen. Bis zum Frühjahr 2007 soll eine Verkehrsstudie auf dem Tisch liegen, die letztlich entscheidend sein wird, sagt Projektleiter Lorber:

"Derzeit passieren pro Tag etwa 6.000 Fahrzeuge den Karawankentunnel. Ab 20.000 Fahrzeugen pro Tag benötigen wir aus Sicherheitsgründen eine zweite Tunnelröhre. Wir haben jetzt eine Verkehrsstudie in Auftrag gegeben, die errechnen soll, ab wann 20.000 Fahrzeuge überschritten werden."
Zweite Röhre oder Rettungsstollen?
Sollten die 20.000 Fahrzeuge vor 2019 erreicht werden, werde sich die ASFINAG überlegen, ob nicht bereits im Vorfeld mit dem Bau einer zweiten Röhre begonnen und dafür der Flucht- und Rettungsstollen nicht gebaut werde, so Lorber:

"Wir haben mit den slowenischen Kollegen vereinbart, dass - wenn es nicht so viele Fahrzeuge geben sollte - ab cirka 2010 mit dem Bau eines Flucht- und Rettungsstollens beginnen."

Rund 100 Millionen Euro müssten Österreich und Slowenien dafür investieren; eine zweite Tunnelröhre würde das Dreifache kosten.
Vorerst letztes Großprojekt
Vorrang hat für die ASFINAG derzeit ohnehin der Bau der zweiten Röhre von Katschberg- und Tauerntunnel. Die Aufrüstung des Karawankentunnel werde dann aber das nächste und wohl für längere Zeit letzte größere Tunnelprojekt in Kärnten sein.
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