Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Wolfgang Kulterer (Bild: APA - Jäger)
Hypo-Alpe-Adria-Bank
Vorstand wird aus Schusslinie genommen
LH Jörg Haider (BZÖ) bestätigte am Sonntag den Rücktritt von Wolfgang Kulterer als Vorstandsvorsitzendem der Hypo-Bank. Er wird Vorsitzender des Aufsichtsrats. Haider will ihn für eine gewisse Zeit aus dem Schussfeld nehmen.
"Erwarten kein gerechtes Verfahren"
Man erwarte sich von der Finanzmarktaufsicht kein gerechtes Verfahren, sagte Haider im Gespräch mit Radio Kärnten am Sonntag.

Man habe in der Vergangenheit durch Vorverurteilungen gesehen, dass man sich nicht mit den Inhalten der Prüfberichte auseinandersetzte, die eine Enthebung eines Bankdirektors überhaupt nicht gerechtfertigen. Das wäre laut Haider der Fall, wenn es eine Existenzgefährdung der Bank gebe, davon sei keine Rede.
"Verluste sind wettgemacht worden"
Man habe die Verluste aus dem Jahr 2004 wettgemacht, doch die Hypo wurde grob unsachlich von der Finanzmarktaufsicht behandelt. Die Bawag habe 2006 eine Haftung der Republik von 900 Mio. Euro bekommen und durfte diese Haftung rückwirkend in die Bilanz einbringen, sagte Haider.
"Entziehen uns dieser Auseinandersetzung"
"...während man uns gezwungen hat, rückwirkend Verluste 2004 einzubringen. Das sind Vorzeichen, dass man uns nicht ordentlich behandeln will. Wir entziehen uns einfach dieser Auseinandersetzung, damit sich die Bank auf den Börsengang vorbereiten kann."
"Kulterer ist Visionsfigur für die Bank"
Laut Haider sei Kulterer die Visionsfigur für die Bank, daher werde er weiter in der Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden tätig bleiben und er solle auch in der Landesholding entsprechend platziert werden, so Haider.

Haider sagte offen, es sei ein Trick, um Kulterer aus dem Schussfeld zu nehmen. Es habe noch vor dem Prüfbericht immer wieder Vorverurteilungen Kulterers gegeben. Im Prüfbericht sei dann klar gewesen, dass eine Amtsenthebung nicht gerechtfertigt sei.
Nach dem Wirbel zurück in alte Position
Dennoch könnte die Finanzmarktaufsicht ihn des Amtes entheben, dann müsste man einen jahrelangen Rechtsstreit führen. Das könne man einer Bank nicht zumuten, sagte Haider. Daher bleibe der Steuermann im Aufsichtsrat und in absehbarer Zeit werde er auch wieder in der Position eines operativen Vorsitzenden des Vorstandes tätig werden.

Haider bestätigte indirekt, dass es noch weitere Personalrochaden bei der Hypo geben werde. Man werde auf jeden Fall zwei neue Vorstände brauchen. Haider wollte keinen Nachfolger für Kulterer nennen, kündigte aber eine "pfiffige" Lösung an.
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