Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Erwin Frühbauer, 2001 bei der Verleihung der Ehrenurkunde der Stadt Villach (Bild: APA/ Arno Wiedergut)
Jubiläum
80. Geburtstag von Erwin Frühbauer
Erwin Frühbauer feierte am Dienstag seinen 80. Geburtstag. Frühbauer ist ehemaliger Verkehrsminister der SPÖ. Danach war er jahrzehntelang in der Kärntner Landesregierung tätig. Hier die wichtigsten Eckpfeiler seiner Karriere.
Über ÖBB in die Politik
Der gebürtige Steirer und gelernte Maschinenschlosser kam jedoch über die ÖBB in die Politik.

Zuerst war Frühbauer Verkehrsminister in der Regierung Kreisky, dann 15 Jahre lang Mitglied der Kärntner Landesregierung unter Leopold Wagner und zugleich Vorsitzender des ÖGB-Kärnten.
Nutzung der Wasserkraft vorangetrieben
Die Ära Wagner in Kärnten ist untrennbar mit dem Namen Erwin Frühbauer verbunden. Als Leopold Wagner im Jahr 1974 Landeshauptmann Sima ablöste, hatte Frühbauer seinen Wechsel vom Verkehrsminister zum Landesrat in Kärnten gerade hinter sich gebracht. Unter Leopold Wagner stieg er in Kärnten zum Landeshauptmann-Stellvertreter auf.

Als Engergiereferent trieb Frühbauer den Ausbau der Nutzung der Wasserkraft voran, als Umweltschutzreferent die Sanierung der Seen durch den Bau von Ringkanalisationen. Dies sieht er auch heute als die wichtigsten Leistungen, mit denen sein Name verbunden ist.
Ära Wagner-Frühbauer: Große Leistungen
Erwin Frühbauer gibt zu bedenken, welche Leistungen zu seiner Zeit für Kärnten erbracht worden seien:

"Wenn man bedenkt, dass die gesamte Energieversorgung in Kärnten in unserer Zeit aufgebaut wurde. Mit Malta und den Draustufen und dass damit die Grundlage der Wasserkraft geschaffen worden ist, sodass die Kelag heute so gut dasteht."

Auch am Sektor der Schulbauten sei in ihrer Ära viel gemacht worden, sagte Frühbauer. Auch die großen Autobahnstraßenpläne seien letzen Endes durchgekämpft worden und es sei schließlich auch erreicht worden, dass sie auch gebaut wurden.

"Das sind Dinge die man eigentlich schon in den Vordergrund stellen müsste, wenn man über die Ära Wagner-Frühbauer eine Bilanz zieht."
Magdalen: Das Debakel
Und doch seien diese Leistungen von einem Wirtschaftsskandal verdrängt worden, das Debakel - wie Frühbauer einst formulierte - des Zellstoffwerkes Magdalen.

Frühbauer hatte den Unternehmer Wilhlem Papst als Sanierer für das Privatunternehmen geholt, das kurz vor dem Zusperren stand.

Knapp 90 Millionen Euro (Über 1,2 Milliarden Schilling) flossen in die Fabrik bei Villach, im Jahr 1987 stieg Papst aus, es folgten der Konkurs und für Papst eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

In der Folge verlor die SPÖ die absolute Mehrheit. Heute vergleicht Frühbauer den Magdalen-Schaden mit dem Schaden, der dem Land als Mehrheitseigentümer der Hypo bei deren Fehlspekulation entstanden ist.
4,5 Hypo-Milliarden ein Kavaliersdelikt?
"Es sind ganz andere Dimensionen. Heute regt sich niemand auf wenn 4,5 Milliarden Schilling bei der Hypo in den Sand gesteckt werden.

Bei Magdalen hat das dem Land im Endeffekt 677 Millionen Schilling gekostet. Aber es brachte auch gleichzeitig Beschäftigung für durchgehende zwei Jahre und die Bauern konnten ihr Holz verkaufen.

Demgegenüber ist es heute ein Kavaliersdelikt, wenn eine solche große Summe verloren gehe, die letzten Endes auch auf Kosten des Steuerzahlers gehe".
SPÖ im Aufwind
Die SPÖ sieht Frühbauer im Aufwind, die Bildung der Koalition mit Jörg Haider sei von Peter Ambrozy zwar ein Fehler gewesen, wenn auch gut gemeint, jetzt sei die SPÖ wieder auf dem Weg der Erholung.

Die jetzige Situation sehe er so, dass die SPÖ sich in Kärnten, mit Gabi Schaunig an der Spitze, konsolidieren wird. Dass es einen klareren Kurs der SPÖ gegen die Partei von Dr. Haider geben werde. Und das auch die Menschen immer mehr darauf kommen würden, das die Politik von Haider in Wirklichkeit nur für ihn selbst zählt.

Auch er selbst sei, was seine Gesundheitszustand anlangt, auf dem Weg der Erholung, sagt Frühbauer.
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