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MI | 21.03 | 16:41
SSC Die Sendung am 04. Dezember 2004
Gehen Sie mit dem "Servus, Srecno, Ciao"-Team dem alten Liedgut aus Friaul auf die Spur und besuchen Sie mit unseres die slowenische Sprachinsel "Gottschee".
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Italien
Altes Liedgut aus Friaul
So vielfältig wie die Täler Friauls ist die Musik dieser Region. Oft sind es jahrhundertealte Lieder und Musikstücke, die von Generation zu Generation überliefert wurden, die aber auch immer mehr zu verschwinden drohen. Gerade das wollen fünf Musiker aus dem Friaul verhindern.
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"La Sedon Salvadie"
Sie haben sich zur Aufgabe gemacht, die Volksmusik aus Friaul, in der oft auch Einflüsse aus dem benachbarten Slowenien mitschwingen, zu bewahren. Dabei hat die Band "La Sedon Salvadie", was soviel heißt wie die "wilden Löffeln", längst ihren eigenen Stil entwickelt.
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"Mila" heißt diese friulanische Polka aus dem 19. Jahrhundert. Traditionelles, aufgespielt vor dem Schloß in San Daniele, unverwechselbar der Stil von La Sedon Salvadie: Dario, Giulio mit seiner 150 Jahre alten Geige, Michele, Andrea und Luciano.
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Seit über 20 Jahren: Sammlung von Liedgut
Seit über 20 Jahren sammeln die Musiker altes Liedgut. Eine Quelle ist Liso in Cividale, den sie regelmässig besuchen. Der 82-Jährige hat nie eine Musikschule besucht. Seit seiner Kindheit spielt er, was er von seinen Vorfahren gehört hat.
Keine Noten
Und so gibt Liso sein Wissen weiter - Noten braucht hier niemand. Liso kennt viele Lieder aus dieser Ecke Friauls, in der manche noch slowenisch und friulanisch sprechen. Diesen Reichtum an Musik geben La Sedon Salvadie auf ihre Art und Weise weiter.
Informationen
Kontakt:
Andrea del Favero
Via D. Chiesa 31
I-333038 San Daniele die Friuli,
E-Mail: andrea@folkest.com
Telefon: 0039/0427/51230


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Slowenien
Die Sprachinsel "Gottschee"
Sie liegt im Süden Sloweniens und gehört zu den ältesten deutschen Sprachinseln in Mitteleuropa - doch kaum jemand kennt sie: die Gottschee. In dieser Region leben noch etwa 300 Gottscheer, eine nicht anerkennte Minderheit.
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Altsiedlerverein
Die Gottscheer sprechen noch Deutsch und den mittelhochdeutschen Dialekt Gottscheerisch. Rund um Obcize - früher Krapflern - haben sich die verbliebenen Gottscheer zum Altsiedlerverein zusammengeschlossen, um ihre Kultur weiterleben zu lassen.
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Dorf 1942 von Soldaten niedergebrannt
Heinrich Dralka kehrt immer wieder zurück, an dem Ort, an dem er geboren und aufgewachsen ist. Früher befanden sich in Steinwand weite Äcker Häuser, Bauernhöfe, eine Schule, ein Gasthaus. Jetzt gibt es dort nur noch dichte Wälder, in denen einst die Partisanen ihr Hauptquartier und Ruinen hatten. Italienische Soldaten haben das Gottscheer Dorf 1942 niedergebrannt.
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Kapelle neu aufgebaut
Die Kapelle wurde heuer mit finanzieller Hilfe aus Südtirol neu aufgebaut.
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Gottscheerisch: Mittelhochdeutscher Dialekt
Heinrich Dralka und Ferdinand Höfferle sind die ältesten Gottscheer - sie unterhalten sich auch noch im Gottscheerischen - einem mittelhochdeutschem Dialekt.
Krapflern, Pöllandl und Altlag
Heinrich Dralka hat sich gleich in der Nähe eine neue Existenz aufgebaut. Krapflern, Pöllandl und Altlag haben die Ortschaften einst geheißen. Etwa 300 Gottscheer leben heute noch hier. Vor dem ersten Weltkrieg waren es 14.000.
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Keine anerkannte Minderheit
Vieles erinnert noch an die Gottscheer. In der Kirche von Pöllandl sind die Inschriften alle auf Deutsch. Heute leben die Gottscheer, die keine anerkannte Minderheit ist, friedlich mit den Slowenen zusammen.
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Die Gottscheer-Kultur weiterleben
Die verbliebenen Altsiedler, wie sich die Gottscheer nennen, wollen ihre Kultur weitergeben und nichts vergessen lassen. Der Kirchturm im ebenfalls zerstörten Dorf Tappelwerch wurde heuer neu gedeckt.

Auch die Kinder tragen das Gottscheerische weiter - sie singen die Hymne der Gottscheer.
Die Hymne der Gottscheer
Gott Vater im Himmel, wir bitten dich gar schön, so lass unsere Heimat in Frieden bestehen.