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MI | 21.03 | 16:42
Logo "Servus, Srecno, Ciao" (Grafik: ORF)
Ursus: Vom Industriekran zum Wahrzeichen?
Der Kran Ursus ist eines der Meisterwerke der k. u. k. Ingeniersbaukunst. 71 Meter hoch ist der Turm, der tausende Nieten hat, die - wie beim Eiffelturm - die Bauteile zusammenhalten.
Industriekran "Ursus" in Triest (Bild: ORF)
Das Bauwerk wirkt wuchtig und behäbig, ist aber trotzdem wendig. 360 Grad kann der Arm gedreht werden - bedient von einem einzigen Mann.
Alex Cabas, letzter Hafenmeister vom "porto vecchio" (Bild: ORF)
Diebstahlsversuche gescheitert
Weltweit gibt es nur drei Kräne dieser Art. Kein Wunder, dass ihn viele haben wollten.

Alex Cabas, letzter Hafenmeister vom "porto vecchio": "Am Ende des Zweiten Weltkriegs haben einige Jugoslawen versucht, den Kran in Richtung ihrer Heimat zu bringen. Ein britisches Patrouillenboot hat die ganze Operation dann aufgehalten. Der Kran wurde zurückgebracht und ist auch hier geblieben."
Industriekran "Ursus" in Triest (Bild: ORF)
Zeitweise zu U-Boot-Depot umfunktioniert
Entworfen wurde der Kran Ursus 1910. Er sollte Motoren und Geschütze auf die Schiffe der österreichischen Kriegsmarine heben. Dann kam der Erste Weltkrieg und für den halb fertigen Kran der Baustopp.

Während des Krieges wurde der Hafen als Depot für die U-Boote der Monarchie benutzt. 1920 war der Kran schließlich nach den alten Plänen fertig gebaut worden und bis zur Jahrtausendwende im Einsatz.
Historische Aufnahme: Kriegsmarine in Triest (Bild: ORF)
Bora setzte "Ursus" arg zu
Die Arbeit mit Ursus war nicht immer ungefährlich, schilderte der ehemalige Hafenmeister: "1956 hat die Bora 256 km/h gehabt. Der Kran war am Pier am neuen Hafen angebracht, als plötzlich die Vertauungen brachen. Zwei Schlepper haben den Kran unverzüglich gerettet, aber die ganze Operation war sehr schwierig und sehr gefährlich."
Industriekran "Ursus" in Triest (Bild: ORF)
Touristische Nutzung angestrebt
Die Zukunft des ehemaligen Industriekrans Ursus ist noch ungewiss. Seit er nicht mehr in Funktion ist, wurde er für Kunstausstellungen und Konzerte genutzt.

Nun denkt man in Triest darüber nach, ihn touristisch zu nutzen. Schließlich sollte der Eiffelturm auch nur während der Weltausstellung 1889 stehen und ist heute eines der Wahrzeichen von Paris. So könnte auch Ursus eine Touristenattraktion werden.