Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
DISKRIMINIERUNG
"Zigeunerverbot" auf Osttiroler Campingplatz
"Kein Platz für Zigeuner" hieß es auf einem Osttiroler Campingplatz. Der Besitzer hatte ein Schild mit dem Camping-Verbot für Roma und Sinti an der Rezeption befestigt. Er wurde bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz angezeigt.
Ethnische Merkmale dürfen nicht entscheiden
Der Fall wurde vom Wiener Antirassismus-Verein "Zara" ins Rollen gebracht. Mitglied Wolfgang Zimmer zeigte sich entsetzt:

"Grundsätzlich ist es in Österreich so, dass sich ein Betreiber einer Öffentlichen Dienstleistung - wie ein Campingplatzbesitzer -  seine Gäste aussuchen kann.

Er darf seine Kunden aber nicht nach bestimmten Merkmalen wie der ethnischen Herkunft beurteilen - was dieser Betreiber aber gemacht hat."
Wieser: "Es gab schon öfter Probleme"
Der Campingplatzbesitzer verteidigte sich am Mittwoch damit, dass es schon "öfter Probleme zwischen Campern und Fahrenden" gegeben habe. Deshalb hätte er das Plakat an der Rezeption aufgehängt.

"Wir brauchen auf diesem Platz keine Zigeuner - obwohl sie in meinen Augen die besten Leute sind. Ich habe keine Probleme mit ihnen. Aber es ist betriebswirtschaftlich nicht vereinbar. Es gab sogar tätliche Angriffe mit anderen Campern", rechtfertigte sich Besitzer Johann Wieser.
Campingäste haben sich beschwert
Friedrich Wieser, der Bürgermeister von Strassen, bestätigte die Vorfälle. Campinggäste hätten beim Betreiber Beschwerde über das "Fahrende Volk" erhoben. Das Plakat wollte er trotzdem nicht gut heißen:

"Der Besitzer hat jetzt vorgebeugt - aber auf dem falschen Weg."
Campingplatz-Besitzer wurde angezeigt
Der Campingplatzbesitzer wurde jetzt bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz angezeigt, der Fall wird von der Behörde geprüft.
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