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MI | 11.04.2012
Ulrichsbergfeier (Bild: ORF)
CHRONIK
"Rechte" bei Ulrichsbergtreffen vertreten
Gerade einmal 100 Besucher sind laut Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung am Sonntag zum Ulrichsbergtreffen ins Konzerthaus gekommen - darunter auch solche aus der rechten Szene.
Die großen Zeiten des Treffens scheinen vorbei
Die großen Zeiten des Ulrichsbergtreffens sind offensichtlich vorbei. Die Sitzreihen im Konzerthaus waren am Sonntagg nur sehr schütter besetzt, wenn auch auf der Bühne die Fahnenträger der Traditionsverbände vollzählig aufmarschierten. Wohl niemals zuvor wurde der Festakt so spärlich besucht.

Der Präsident der Ulrichsberggemeinschaft Engelbert Tautscher erklärte schon bei der Begrüßung: "Es sind gestern weit über 100 Personen wieder abgereist. Es sind aus Paraguay, Frankreich, Deutschland, Amerika, Italien und vielen anderen Orten Menschen gekommen, um mit uns zu feiern".
Ob die Jugendlichen, die das Treffen besucht haben "rechts" gewesen wären, könne er nicht beantworten, so Tautscher.
Treffen soll auch Jugendliche ansprechen
Er wolle das Treffen im nächsten Jahr wieder europaweit groß bewerben. "Ich möchte viele italienische und slowenische Verbände heraufbringen, aber auch Ungarn und die Aliierten anschreiben", so Tautscher.

Der Bundeskanzler hätte sich sehr höflich wegen Terminschwierigkeiten entschuldigen lassen, viele einstigen Soldaten würden dem Treffen mittlerweile altersbedingt fernbleiben. Man müsse deshalb versuchen, die jüngere Generation für sich zu gewinnen, so Tautscher.
Zehn Mitglieder der rechten Szene vertreten
Dem "rechten Rand" zuzuordnen waren laut Polizei etwa zehn junge Männer, die aus Deutschland und Frankreich angereist waren: großteils kurzgeschoren, mit unzähligen Tätowierungen und zum Teil im Military-Look gewandet, nahmen sie an der Feier teil.

Ob diese Jugendlichen "rechts" gewesen wären, könne er, Tautscher, aber nicht beantworten.
Präsident: Kann nicht sagen, ob es rechte Jugendliche waren.
Jugendliche auch in Krumpendorf vertreten
Tautscher: "Ich habe Jugendliche gesehen, kann aber nicht sagen, ob es rechte Jugendliche waren. Sie waren tätowiert, waren aber auch voriges Jahr schon in Krumpendorf vertreten. Sie sind aber nicht weiter aufgefallen, also ohne ein Wort, das Absingen von Liedern oder dem Verteilen von Prospekten wieder gegangen".

Einer dieser Jugendlichen hatte auf seinem T-Shirt eine Werbung für eine Internet-Seite die Rudolf Hess, den Stellvertreter Hitlers, "bewirbt" . Darauf angesprochen meinte Tautscher: "Wenn ich den gesehen hätte, wäre er durch unsere Ordner verwiesen worden. Ich habe ihn aber nicht gesehen, ich höre von ihnen jetzt das erste Mal, dass so etwas da war".
Polizei attackiert
Wie am Sonntag bekannt wurde, kam es bei der Feier am Ulrichsberg zu einem Vorfall zwischen Polizei und rechter Jugend. Die Beamten hatten einen Streit schlichten wollen, woraufhin die Jugendlichen den Beamten gegenüber agressiv wurden. Sie werden angezeigt.
Gallob: Jugend wird nicht angesprochen
Weit hinten, in einer der letzten Sitzreihen des Konzerthauses, nahm am Sonntag auch Rudolf Gallob Platz - trotz aller Unstimmigkeiten, die es zuletzt zwischen ihm und der Ulrichsberggemeinschaft gegeben hat.

Auf die geringe Teilnehmerzahl angesprochen meinte er, dass das Treffen in dieser Form nicht mehr zeitgemäß sei, die Jugend würde so nicht davon angesprochen.
Bürgermeister: "Nie wieder Krieg"
FPK-Bürgermeister Christian Scheider stellte in seiner Ansprache die Friedensbotschaft in den Mittelpunkt".

"Nie wieder Krieg ist eine klare Botschaft - weil wir wissen, dass kriegerische Auseinandersetzungen nur zahllose Opfer, unzählige Zerstörungen und massives Menschenleid hinterlassen".
Die Toten lehren: "Lernt aus unserem Schicksal"
Für das Schwarze Kreuz, den Verband der Kriegsopfer, sprach der ehemalige Militärkommandant Gerd Ebner.

"Soldaten und Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder, Kriegsgefangene – sie alle liegen in Massen-, Einzel- Gemeinschaftsgräbern und sagen uns eines: Lernt aus unserem Schicksal. Die Botschaft 'Nie wieder Krieg' ist die entscheidende Botschaft, die wird umsetzen sollten".
Steinkellner: Den Frieden, nicht den Krieg feiern
Peter Steinkellner ging auf die lange Geschichte des Treffens ein, unterstrich die Friedensbotschaft seiner Vorredner und fand dann klare Worte über die versuchte Instrumentalisierung des Ulrichsberg-Treffens.

"Mag sein, dass Unbelehrbare und Ewiggestrige das Treffen unterlaufen wollten. Aber an der Eindeutigkeit der Initiatoren des Ulrichsbergtreffens, den Frieden und nicht den Krieg zu feiern, konnten nie Zweifel bestehen".

Eine Botschaft, die sich wohl auch an die Teilnehmer aus der rechten Szene richtete.
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