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MI | 11.04.2012
Prof. Dr. Nikolaus Fheodoroff beim Orgelspiel (Bild: Stadt Villach)
KULTUR
Nikolaus Fheodoroff gestorben
Betroffen ist am Montag der Tod von Nikolaus Fheodoroff aufgenommen worden. "Fheodoroff war ein wahrer Musikpionier in Österreich", würdigte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) den Kärntner Komponisten.
Nikolaus Fheodoroff hätte am 15. September seinen 80. Geburtstag gefeiert.
Ein Leben für die Musik
Ein halbes Leben - so betitelte Nikolaus Fheodoroff im Vorjahr seine Festrede zur Eröffnung des Carinthischen Sommers, den er 1969 mitbegründete und dem er 30 Jahre lang als Obmann vorstand. Er leitete aber auch 25 Jahre lang den Kärntner Madrigalchor, war viele Jahre Orgelreferent der Diözäse Gurk, Lektor für das Kirchengesangbuch "Gotteslob", Bundeschorleiter des Kärntner Sängerbundes, Komponist, Dirigent und von 1964 bis 1991 Leiter der Musikabteilung im ORF Landesstudio Kärnten.

In Summe war es also vielmehr sein ganzes Leben, in dem Fheodoroff der Musik in Kärnten so große Impulse gab. Er hätte am 15. September seinen 80. Geburtstag gefeiert.
Prof. Dr. Nikolaus Fheodoroff (Bild: Stadt Villach)
"Gehst halt nach Wien".
Mutter ermöglichte dem Sohn das Studieren
Am 15. September 1931 in Villach geboren, war nicht von vornherein klar, dass Fheodoroff den für ihn bestimmten Weg, die Musik, auch werde gehen können.

In einem Gespräch mit Josef Nadrag erzählte Fheodoroff einst: "Meine Mutter wollte, dass ich Matura mache, dann ein Jahr in Klagenfurt LBA mache und recht bald als Lehrer angestellt werde. Dann hat sie mir doch meinen Wunsch erfüllt und ihr karges Gehalt - es waren damals 800 Schillinge - geteilt, mir die Hälfte gegeben und gesagt: 'Gehst halt nach Wien'".
Nikolaus Fheodoroff - Vita.
Umfangreiche Studien
Sein Studium an der Universität Wien beendete er mit den Lehrämtern in Musik und Germanistik, einer Reifeprüfung der Kapellmeisterschule, den Reifeprüfungen aus Musiktheorie und Komposition, einer Staatsprüfung aus Orgel und mit einem Doktorat der Philosophie.

Fheodoroff arbeitete anschließend als Professor für Deutsch und Musik. 1967 übernahm er die Leitung des ORF-Kammerchores sowie 1970 die Leitung des Rundfunkchores.
Gründungsmitglied "Carinthischer Sommer"
1969 war Fheodoroff Gründungsmitglied des Festivals "Carinthischer Sommer", ab 1980 Obmann des "Vereins Carinthischer Sommer". 1974 übernahm er den Kärntner Madrigalchor Klagenfurt als ständiger künstlerischer Leiter bis 1998.
1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Ritter des Silvesterordens.
Ritter des Silvesterordens
1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Ritter des Silvesterordens.

Zum Diözesanjubiläum arbeitete er im Hauptarbeitskreis für die Vorbereitung mit und erhielt den Kompositionsauftrag durch die Diözese für die "Gurker Festmesse".

In Anerkennung seiner Leistungen und seiner besonderen Verdienste um die Kirchenmusik in der Diözese Gurk verlieh ihm Bischof Schwarz 2009 die Cäcilien-Medaille in Gold.
Schwarz: Wir trauern mit der Familie
Fheodoroffs Ableben war am Montag von der Diözese Gurk bekannt gegeben worden.

Die Diözese trauere mit der Familie um den großen Musiker und Komponisten, so Bischof Alois Schwarz. Fheodoroff war Mitglied in der Diözesankommission für Kirchenmusik sowie in weiteren diözesanen Gremien tätig.
Zahlreiche Preise und Auszeichnungen
Fheodoroff war Träger zahlreicher weiterer Preise und Auszeichnungen, unter anderem auch des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst, des Großen Goldenen Ehrenzeichens und des Kulturpreises des Landes Kärnten, der Walther-von-der-Vogelweide-Medaille in Gold des Österreichischen Sängerbundes sowie des Kulturpreises der Stadt Villach.
Dobernig: Schwerer Schlag für Kulturleben
Mit "tiefster Betroffenheit und Trauer" äußerte sich Kärntens Kulturreferent Harald Dobernig zum Ableben Fheodoroffs. "Der Tod Nikolaus Fheodoroffs ist ein schwerer Schlag für das geistige Leben in Kärnten. Er hat nicht nur über Jahrzehnte den Carinthischen Sommer geprägt, sondern generell das musikalische Leben in Kärnten. Er ist mit Sicherheit einer der renommiertesten zeitgenössischen Komponisten unseres Landes", so Dobernig, der auf die Würdigungen und Preise seitens des Landes Kärnten verwies.
Landeshauptmann sprach Anteilnahme aus
Auch Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler zeigte sich am Montag "tief betroffen" von Fheodoroffs Tod. Er würdigte Fheodoroff als "großen und überaus verdienstvollen Kärntner mit großer Menschlichkeit". Dörfler sprach Familie, Angehörigen und Freunden seine herzliche Anteilnahme aus, Fheodoroff sei stets ein sehr freundlicher und inspirierender Gesprächspartner gewesen.

Kärntens Musikwelt sei gerade im sakralen Bereich durch Fheodoroff stark bereichert worden. Er habe den Carinthischen Sommer wesentlich mitgeprägt und zu dem gemacht, was er heute ist, so Dörfler.
Kulturministerin: "Große Lücke in der Musik"
Von Kulturminister Claudia Schmied hieß es am Montag, der Carinthische Sommer zähle nicht zuletzt durch Fheodoroffs Aufbauarbeit heute "zu den wichtigsten Kulturfestivals Europas". Sein Ableben hinterlasse "eine große Lücke in Österreichs Musikleben".
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