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MI | 11.04.2012
Studentenheim (Bild: ORF)
WIRTSCHAFT
Studentenheime werden teurer
Zimmer in Studentenheimen sollen künftig um mehr als 60 Euro teurer werden, weil der Bund einen Teil der Förderungen streichen will. In Klagenfurt wären insgesamt sieben Studentenheime betroffen.
Wird der Plan des Bundes umgesetzt, müssen künftig die Mieter für Instandhaltungsarbeiten in Studentenheimen aufkommen.
Keine Neubau- und Sanierungsförderung mehr?
Die Lebenshaltungskosten steigen, nun droht den Familien mit die Kindern, die noch studieren, ein neuerlicher Preisschub. Viele Studierende müssen jetzt schon neben dem Studium arbeiten, um sich überhaupt die Ausbildung und vielleicht auch noch ein Zimmer leisten zu können. Der Bund will nun weitere Einschnitte durchsetzen. Konkret plant das Wissenschaftsministerium die Streichung der Neubau- und Sanierungsförderung für Studentenwohnheime.

Von Studierenden und Heimbetreibern ist zu hören, dass das eine Katastrophe wäre. Die Heimbetreiber kritisieren, sie müssten die Kosten für die Instandhaltungsarbeiten auf die Studierenden abwälzen, da sie am finanziellen Plafond angelangt seien.
Ein Zimmer im Mozartheim in Klagenfurt könnte künftig 300 statt 230 Euro kosten.
Weniger Zuschüsse, höhere Kosten für Mieter
Hermann Riepl von der Volkshilfe, die das Mozartheim in Klagenfurt betreut, wo derzeit 140 Studierende untergebracht sind, erklärte gegenüber dem ORF Kärnten, dass versucht werde, gemeinsam mit der studentischen Selbstverwaltung eine schwarze Null zu erreichen. Dies sei jedoch nur mit Subventionen und Zuschüssen möglich. "Wenn sie wegfallen, ist das natürlich mit höheren Heimkosten verbunden", so der Heimbetreiber.

Im Mozartheim müssen Studierende derzeit für ein Zimmer 230 Euro bezahlen. Werden die Förderungen des Bundes gestrichen, würde der Preis wohl auf mehr als 300 Euro steigen, schätzt Heimbetreiber Hermann Riepl.
Soziale Absicherung für Studierende, die auf Heimplatz angewiesen sind, denkbar.
ÖVP will Minister zu Verzicht bewegen
Er sieht keine Chance, die Mehrkosten abzufangen: "Wenn es Geld gibt, dann von der öffentlichen Hand. Wenn diese Quelle versiegt, bleiben nur noch die Studierenden übrig. Ich hoffe, dass es eine soziale Absicherung - in welcher Form auch immer - gibt, zum Beispiel Zuschüsse für Studierende, die in den Studentenheimen wohnen müssen", so Riepl.

Die ÖVP wird am Dienstag bei der Gemeinderatssitzung in Klagenfurt einen Dringlichkeitsantrag für eine Resolution an die Bundesregierung einbringen.

In dieser Resolution wird der neue Wissenschaftsminister Karl Heinz Töchterle aufgefordert, auf die massiven Einschnitte zu verzichten. Studierende weiter zu belasten gefährde die Zukunft Österreichs, wird betont.
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