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MI | 11.04.2012
Überwachungsmonitor Krankenhaus (Bild: ORF)
GESUNDHEIT
Tag der Herzschwäche: oft unerkannt
17.000 Kärntner leiden an Herzschwäche, nicht alle wissen von ihrer Erkrankung. Dabei kommt es häufiger zu Todesfällen, als bei den meisten Krebsarten. Die Versorgung sei zu teuer und unzureichend, kritisieren Mediziner.
Betroffenen nehmen die Symptome oft einfach hin.
Tödliche Krankheit bleibt oft unentdeckt
Herzschwäche ist eine echte Volkskrankheit: etwa 250.000 Österreicher leiden daran und es werden immer mehr. Trotzdem bleibt diese tödliche Krankheit oft unentdeckt. Woran das liegt, erklärt Primarius Georg Grimm, Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung am Klinikum Klagenfurt.

Grimm: "Das liegt daran, dass Patienten mit unklarer Atemnot, geschwollenen Beinen, Leistungsminderung, das hinnehmen und nicht rechtzeitig zum geschulten Arzt gehen und Labortests machen lassen. Die Erkrankung schreitet dann fort und wird bösartiger als jede Krebserkrankung, ausgenommen Lungenkrebs."
Typische Risikofaktoren: Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Stress.
Herzinfarkt oft Auslöser
Die Lebensqualität der Betroffenen ist massiv eingeschränkt. Häufig ist ein Herzinfarkt der Auslöser: Muskelgewebe stirbt ab, die entstehende Narbe besteht aus Bindegewebe und pumpt nicht mit. Sie schwächt den Herzmuskel weiter. Aber auch Diabetes, Bluthochdruck, Stress, Rauchen und das Alter greifen den Lebensmotor Herz massiv an.

Grimm: "Zehn Prozent der Patienten mit 80 Jahren leiden an Herzschwäche. Bei den Jüngeren, unter 40 Jahren, nur ein Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die Wahrscheinlichkeit zu."
Wirksame Therapien bei Früherkennung
Rechtzeitig erkannt, stehen wirksame Therapien gegen Herzschwäche zur Verfügung. Herzschwäche ist aber nicht nur eine medizinische Herausforderung, sondern auch eine gesundheitspolitische. Allein die Kosten für die Haupt-Diagnose HD 50, Herzinsuffizienz, würden in Kärnten pro Jahr 14 Millionen Euro betragen, rechnet Grimm vor.

Dieses Geld könnte effektiver in ambulante Behandlungsstrukturen investiert werden.
Grimm: "Natürlich kosten solche Ambulantmodelle auch etwas. Aber allemal ist es viel viel viel billiger, als wenn man alle diese Patienten ins Krankenhaus holt."
Salzburg als Vorreiter
Erfolgreich praktiziert werde das bereits in Salzburg, so Grimm. Durch ambulantes Nursing, Telemedizin und die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten ließe sich aber nicht nur viel Geld sparen, auch die Sterblichkeitsrate bei Herzschwäche würde sinken.
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