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DO | 23.02.2012
Landesgericht Klagenfurt (Bild: ORF/Anton Wieser)
CHRONIK
Raubüberfall auf Verkäuferin: Prozess vertagt
Ein Prozess wegen schweren Raubes musste am Dienstag am Landesgericht Klagenfurt vertagt werden. Der mutmaßliche Täter bestritt den Überfall auf eine Verkäuferin, weitere DNA-Proben sollen ausgewertet werden.
Mit Pfefferspray angegriffen und Geld geraubt
Einem 64 Jahre alten Ungarn wird vorgeworfen, am 9. Dezember 2005 eine Angestellte auf dem Parkplatz eines Lebensmittelgeschäftes in Wolfsberg überfallen und ihr die Tageslosung in Höhe von 4.000 Euro geraubt zu haben.
Mit Kabelbinder angeblich Transportgut fixiert
Am Tatort wurden zwei in einander gehängte Kabelbinder gefunden, laut DNA-Analyse stammten sie von dem Ungarn.

"Ich habe zu Hause Renovierungsarbeiten gemacht, da war ich in Kärnten in einem Baumarkt, habe diverses Werkzeug und Kabelschläuche gekauft. Auch Kabelbinder", erklärte der Mann Richter Uwe Dumpelnik.

"Wie kommen die Kabelbinder dann auf diesen Parkplatz?", wollte der Richter wissen. Auch dafür hatte der Mann eine seiner Meinung nach plausible Erklärung: "Ich hab dort noch Lebensmittel gekauft. Im Auto musste ich alles sicher verstauen, da habe ich die Kabelschläuche mit dem Kabelbinder zusammengebunden", meinte der 64-Jährige.
Angeklagter mehrfach wegen Raubes vor Gericht.
Angeklagter: "Habe soetwas nicht nötig"
Als der Richter nach seinen Einkommensverhältnissen fragte, sagte der Ungar, dass er genug verdiene, er habe Raubüberfälle nicht notwendig.

Seit 1976 musste sich der Mann aber bereits mehrfach wegen Raubes vor Gericht verantworten. Laut Richter besteht bei ihm zudem eine große Fluchtgefahr, aus der U-Haft in Klagenfurt wollte er schon entkommen.
Zeugen gaben Angeklagtem Alibi
Als Zeugen waren unter anderem seine Lebensgefährtin, deren Tochter und ihr Freund geladen. Auch die Nachbarn des Mannes sagten vor Gericht aus. Alle wollen den Mann am Tag des Raubüberfalles in Ungarn gesehen haben.

Der Richter fragte mehrmals nach, warum sich die Zeugen an genau diesen Dezembertag im Jahr 2005 erinnern könnten, nicht aber an den 9. Dezember 2006 oder 2007. Alle gaben an, dass sie den Tag mit einem besonderen Erlebnis verknüpfen könnten.
Weitere DNA-Proben werden ausgewertet
Die Verteidigung beantragte, dass weitere DNA-Proben, die am Tatort gesammelt, aber bisher noch nicht ausgewertet worden waren, zur gerichtsmedizinischen Auswertung nach Innsbruck geschickt werden. Im Jahr 2005 waren lediglich die Spuren auf dem Kabelbinder ausgewertet worden.
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