Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Rind mit Blauzungenkrankheit (Bild: www.landwirtschaftskammer.de)
GESUNDHEIT
Gefängnisstrafe wegen Nicht-Impfung
2009 mussten alle Rinder gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden. Einige Bauern weigerten sich wegen angeblicher Nebenwirkungen. Ein Kärntner Bauer soll seine Strafe zahlen oder ins Gefängnis gehen.
Tierärzte verschafften sich Zutritt zu den Ställen.
Landwirte sprachen von Totgeburten
Tierärzte wurden auf Geheiß des Ministeriums und des Landes ausgeschickt, um sämtliche Wiederkäuer zu impfen. Kritiker sagen, die Blauzungenkrankeit sei bisher in Österreich noch nie dokumentiert worden. Damals stellten sich viele Landwirte dagegen, Tierärzte verschafften sich trotzdem Zutritt zu den Stallungen.

Die Folgen seien bedenklich gewesen, sagten Landwirte. Fehl- oder sogar Totgeburten habe es bei den Rindern gegeben. Mitarbeiter der Tierkörperverwertung seien angehalten worden, über die Anzahl der angelieferten Kadaver nichts zu sagen, hieß es. Wer seine Tiere nicht impfen ließ, wurde mit einer Strafe belegt. Sie betrug zwischen 120 und 360 Euro.
Kraschl isst nur Produkte seiner eigenen Landwirtschaft.
Von Tierarzt Unbedenklichkeit gefordert
Landwirt Ernst Kraschl aus Feldkirchen wurde jetzt sogar aufgefordert, entweder zu zahlen, oder ins Gefängnis zu gehen.

Kraschl: "Es ist ein massiver Druck ausgeübt worden. Entweder impfen oder 4.360 Euro Strafe zahlen oder drei Wochen Arrest. Ich habe mich informiert und aus Deutschland erfahren, dass es wegen der Impfung viele tote Tiere gegeben hat, speziell bei Ziegen. Da habe ich vom Amtstierarzt eine Unbedenklichkeitserklärung verlangt, dass nach der Impfung die Produkte unbedenklich sind, weil ich Selbstversorger bin und mich nur davon ernähre."

Der Tierarzt habe zu ihm gesagt, das könne er nicht. "Dann habe ich gesagt, dann kann ich nicht impfen", so Kraschl.
"Ich zahle keinen Euro"
Er halte es für eine Sauererei, dass er jetzt einen Tag ins Gefängnis gehen solle. Er habe ja nichts angestellt. Es habe keinen Fall der Krankheit in Österreich gegeben. Er sehe nicht ein, dass er zahlen oder ins Gefängnis gehen solle. "Ich zahle keinen Euro", so Kraschl.
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