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MI | 11.04.2012
Suchaktion nach dem Vermissten am Ossiacher See (Bild: ORF)
OSSIACHER SEE
Segelbootunfall: Suchaktion wird fortgesetzt
Am Montag wird am Ossiacher See die Suche nach jenem 18-Jährigen fortgesetzt, der am Sonntag bei einem Segelbootunfall ertrank. Er und sein Freund, der sich ans Ufer retten konnte, dürften vom Sturm überrascht worden sein.
Boot kenterte
nach einer Wende
Einer konnte sich retten
Die beiden 18-jährigen Männer aus Villach und Treffen waren mit ihrem zierlichen Finn-Segelboot bei starkem Föhnsturm mit bis zu 70 km/h Windgeschwindigkeit unterwegs, als es nach einer Wende kenterte. Minutenlang versuchten sie, das Boot wieder aufzustellen - ohne Erfolg. Knapp 150 Meter vom Ufer entfernt begannen beide, um ihr Leben zu schwimmen.

Der Villacher konnte ans Ufer zurückschwimmen. Den zweiten jungen Mann aus Treffen dürften die Kräfte verlassen haben, er ging unter. Die Mutter des Villachers sah alles vom Ufer aus mit an.
Wasser hat nur rund sechs Grad
Helfer auf dem Steg (Bild: ORF/Petra Haas)
Die Wassertemperatur des Ossiachers Sees beträgt derzeit rund sechs Grad. Im Gebiet der Suchaktion ist das Wasser bis zu 20 Meter tief. Wie erfahrene Taucher erzählten, habe man bei diesen Verhältnissen kaum eine Überlebenschance. Erstens durch die Stömung, zweitens durch die Kälte. Innerhalb von drei Minuten verliere man das Bewusstsein.
Suche wird am Montag fortgesetzt.
Taucher unternahmen letzten Versuch
Am Südufer bei St. Andrä wurde sofort eine große Suchaktion gestartet. Die Bedingungen für die Retter und den Polizeihubschrauber waren schwierig, der Wind war sehr stark; es gab immer wieder starke Böen. Dementsprechend stark war der Wellengang, so Harry Geissler von der Hauptfeuerwache Villach. Man habe fast keine Sicht im Wasser.

Am späten Nachmittag unternahmen die insgesamt 20 Taucher noch einen letzten Tauchversuch, doch dann musste die Suche für diesen Tag beendet werden. Die Sicht wurde schlechter und die Retter hätten sich selbst gefährdet. Am Montag wird die Suche fortgesetzt.
Boot wird untersucht
Vom Sturm überrascht worden
Der junge Mann, der sich ans Ufer retten konnte, wurde stark unterkühlt von einem Notarztteam versorgt und ins LKH Villach eingeliefert. Am Montag kann er wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die Familien sind schwer geschockt. Ein Kriseninterventionsteam und Polizisten mussten den Eltern die tragische Nachricht überbringen, dass ihr Sohn ertrunken ist.

Die Polizei hat noch am Abend die Staatsanwaltschaft informiert, das Boot wird sichergestellt, um zu untersuchen, ob zumindest ein technisches Gebrechen ausgeschlossen werden kann.

Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass die beiden routinierten Segler keine Schwimmwesten getragen haben, sie dürften vom aufkommenden Sturm überrascht worden sein.
Surfer am Ossiacher See (Bild: ORF/Petra Haas)
Perfekte Surfbedingungen lockten viele an.
Surfer geriet ebenfalls in Seenot
Wenige Meter von der Suchaktion entfernt, nutzten am Sonntag einige Segler den Sturm, um mitten im November noch zu surfen. Für die Helfer unverständlich, sagten sie. Um diese Jahreszeit hätten weder Segler noch Surfer etwas auf dem See verloren.

Prompt geriet einer der Surfer selbst in Seenot, der Rettungshubschrauber wurde von der Suche auf der anderen Uferseite abgezogen. Der Surfer wurde gerettet.
Hubschrauber half zu Mittag bei der Suche
Heli sucht das Ufer ab (Bild: ORF/Petra Haas)
Motorboot der Feuerwehr (Bild: ORF/Petra Haas)
Großeinsatz am Ossiacher See (Bild: ORF/Petra Haas)
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