Kärnten ORF.at
wetter.ORF.at
MO | 13.02.2012
Kinder auf dem Schulweg. (Bild: APA)
VERKEHR
Bittere Statistik für Unfälle am Schulweg
Fast die Hälfte aller Unfälle mit Kindern passiert auf dem Weg in die Schule. 121 Kinder sind auf dem Schulweg im Vorjahr in Kärnten verunglückt, auch Zebrastreifen bieten nur eine trügerische Sicherheit.
Unachtsamkeit und schlechte Vorbilder
Die Unachtsamkeit der Autofahrer und das schlechte Vorbild der Eltern und Erwachsenen gehören laut den Verkehrssicherheitsexperten zu den Hauptproblemen. Mit einer landesweiten Aktion möchte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) gemeinsam mit der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) sowie dem ÖAMTC die Kärntner Straßen sicherer machen. Nicht nur Erstklässler, sondern auch die Eltern und alle Verkehrsteilnehmer, müssen lernen, wie sie sich richtig verhalten und worauf sie achten müssen.

"Wenn Eltern Fehler machen und beispielsweise bei Rotlicht über die Straße gehen, dann wird das das Kind nachahmen und alle guten Vorsätze sind dahin", sagte Martin Kobald vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Bewusstseinsbildung sei das Schlagwort, doch diese sei bei vielen Menschen noch nicht angekommen.
Schutzwege als großes Problem.
Vor Zebrastreifen wird zu schnell gefahren
Viele Autofahrer sind auch vor Schutzwegen noch immer zu schnell unterwegs. "Je höher die Geschwindigkeit, desto geringer ist der Wille, das Fahrzeug anzuhalten. Ein Hauptproblem sind Schutzwege. Autofahrer müssen dazu angehalten werden, Vorsicht walten zu lassen. Sie müssen sich den Schutzwegen mit reduzierten Tempo nähern und ausmachen, ob Kinder in der Nähe sind", so Kobald.
Kind überquert Zebrastreifen
Kobald: "Der sicherste Weg ist nicht immer der kürzeste."
Sicheren Schulweg mit den Kindern üben
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen - sie nehmen die Umwelt ganz anders wahr. Geparkte Autos etwa sind ein großes Sichthindernis. Eltern sollten also zeitig vor Schulbeginn mit ihren Sprösslingen den Weg zur Schule erkunden und zeigen, wie es richtig gemacht wird.

"Der sicherste Weg ist nicht immer der kürzeste. Man soll auch Umwege in Kauf nehmen. Man soll diesen Weg mehrfach üben und dann die Kinder alleine gehen lassen um zu sehen, ob die geübten Verhaltensweise noch da sind", so Kobald vor.

Autofahrer sollten sich in Erinnerung rufen, dass Kinder aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind. Denn jedes der 121 kleinen, verletzten Unfallopfer im Vorjahr auf dem Weg zur Schule, ist eines zuviel.
Praktische Tipps
• Kinder sollten grundsätzlich auf Wegen für Fußgänger bzw. auf dem Gehweg gehen.
• Auf dem Gehweg sollen sie innen gehen, nicht am Straßenrand.
• Straßen sollen nur an übersichtlichen Stellen überquert werden. (Ampel, Zebrastreifen)
• An Zebrastreifen müssen sie warten, bis sich im Verkehr eine Lücke ergibt. Die Kinder sollen Blickkontakt mit dem Fahrer aufnehmen und erst losgehen, wenn alle Fahrzeuge stehen.
• An Ampeln müssen Kinder auf abbiegende Fahrzeuge achten.
• Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.
• Grundschüler sollten nicht vor Abschluss der Radfahrausbildung mit dem Rad zur Schule fahren.
• Reflektoren retten Leben! Achten Sie darauf, dass Ihr Kind reflektierende, helle Kleidung trägt oder verwendeten sie Reflektoren. Ein dunkel gekleideter Mensch, der zu Fuß unterwegs ist, wird in der Nacht oder bei schlechter Sicht im Abblendlicht vom Autofahrer erst aus 25 bis 30 Meter Entfernung wahrgenommen. Je nach Witterung und Geschwindigkeit können 30 Meter für einen Autofahrer schon zu wenig sein, um rechtzeitig anzuhalten oder auszuweichen. Ein hell und kontrastreich gekleideter Mensch wird vom Autofahrer schon aus einer Entfernung von 40 bis 50 Metern erkannt. Jemand, der mit reflektierender Kleidung unterwegs ist, kann vom Autofahrer schon bei einem Abstand von 130 bis 160 Metern gesehen werden. Durch reflektierende Materialien ergibt sich also eine Vergrößerung der Erkennungsdistanz von 500 Prozent.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News