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POLITIK |
09.09.2010 |
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Dörfler zu Lobbying-Besuch im Veneto
Zwischen dem Hafen in Venedig und dem Logistikzentrum "Alplog" Fürnitz bahnt sich eine Kooperation an. Venedig will gegenüber den großen Ostseehäfen punkten und sucht neue Partner, um Frischware rascher auf dem EU-Markt verteilen zu können.
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Hafenpräsident Costa als Verbündeter Dörflers. |
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Hafen Venedig will wachsen
Der Frachthafen von Venedig. Alleine spielt er in Europa keine überragende Rolle. Im Verbund mit Ravenna, Triest, Koper und Rijeka liegen die Häfen der Oberen Adria zusammengerechnet aber schon an vierter Stelle in Europa. Und sie wollen mit großen Investitionen noch stark wachsen. Immerhin dauert der Transport von Waren aus dem Nahen und Fernen Osten nach Venedig mehrere Tage kürzer als in die großen Häfen Rotterdam und Hamburg.
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"Alplog" kommt ins Spiel. |
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Kärnten als Option für die Verteilung
Entscheidend ist aber die Verteilung der Güter im Hinterland. Und hier kommt Kärnten mit dem Logistikzentrum "alplog" in Fürnitz bei Villach ins Spiel: Eine Kärntner Delegation mit Landeshauptmann Dörfler an der Spitze hat am Donnerstag den nordadriatischen Häfen eine Zusammenarbeit schmackhaft gemacht.
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Ausbau von "Alplog" steht im Raum. |
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Finanzielle Beteiligung der Italiener im Raum
"Villach ist für unsere Häfen als Drehscheibe im Hinterland wegen der verkehrsgünstigen Lage sehr interessant", erklärte Paolo Costa, der Hafen-Präsident von Venedig. "Weil es schon einen professionellen Güterterminal gibt, kann Villach für uns eine zentrale Rolle spielen."
Kärnten bietet den Italienern an, sich auch finanziell am Logistikzentrum zu beteiligen. Laut Plan soll "alplog" ja noch deutlich ausgebaut werden.
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EU-Entscheidung in wenigen Monaten. |
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Strategisches Instrument für Baltische Achse
Eine Kooperation Kärntens mit den Adriahäfen soll aber nicht zuletzt das Projekt Baltisch-Adriatische Achse vorantreiben, also den Bahnkorridor von der Adria bis nach Polen mit der Koralmbahn als Herzstück.
Ob dies ein vorrangiges Schienenprojekt wird, entscheidet die EU in wenigen Monaten.
Paolo Conte hat als langjähriger EU-Parlamentarier beste Kontakte nach Brüssel. Er sagte, diese Achse sei wichtig für ganz Europa. Entscheidend werde aber sein, dass die Mitgliedsstaaten Italien, Polen und Österreich ihr Projekt auf Schiene, oder anders gesagt, das Schiff auf Kurs bringen.
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Hohe Investitionen stehen an. |
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Zufriedene Gastgeber
Hafenpräsident Costa hob ebenfalls die Bedeutung der Baltisch-Adriatischen Achse für den Hafen Venedig hervor. Für ihn ist sie eine wichtige Institution für die weitere Öffnung Europas und die Zusammenarbeit aller Staaten. Er teilte dem Landeshauptmann mit, dass die oberadriatischen Häfen in den nächsten Jahren enorm wachsen würden.
Ziel sei es, ein Multiboard Gateway zu werden. Costa teilte auch mit, dass Venetos Präsident Luca Zaia fest an die Baltisch-Adriatische Achse glaube und sie unterstütze. Zaia wurde beim heutigen Treffen von seinem Berater Stefano Beltrame vertreten, der die besonders guten Beziehungen zu Kärnten und Österreich betonte.
Giuseppe Parrello, Präsident der nordadriatischen Hafenvereinigung, stellte den Hafen Venedig näher vor. Er verwies auf internationale Kooperationen beispielsweise mit den Häfen von Shanghai oder Alexandria. In den nächsten sieben Jahren wolle man 3,4 Mrd. Euro investieren, davon würden 1,2 Mrd. aus dem öffentlichen Bereich und 2,2 Mrd. von Privaten kommen.
Franco Sensini, Generalsekretär des Hafen Venedig, stellte den Handels- und Passagierhafen vor. Der Handelshafen habe eine Fläche von 2.000 Hektar, verfüge über 25 Güterterminals und 163 Anlegestellen. In den nächsten Jahren gebe es drei wichtige Projekte: Die Errichtung eines Offshore-Seeterminals, eines neuen Containerterminals für 800.000 bis eine Million Container, und eines Seeautobahnterminals, der bereits 2013 in Betrieb gehen soll.
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Firmen siedeln sich bei "Alplog" an. |
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Interesse auch aus Deutschland
Seitens der Kärntner Delegation stellte Sabrina Schütz-Oberländer von der Entwicklungsagentur Kärnten (EAK) den Standort Kärnten und das "Alplog" Carinthia vor. Sie strich auch die Kärntner Kompetenzzentren für Forschung und Entwicklung hervor. "Alplog" hat derzeit eine Grundfläche von 160 Hektar.
Neben dem ÖBB-Containerterminal und dem Verschiebebahnhof sind dort 36 Firmen angesiedelt. Schütz-Oberländer verwies auf den optimalen Autobahnanschluss und die hohe Qualität des Standorts.
Dörfler ergänzte, dass es an "Alplog" bereits großes Interesse aus z.B. Deutschland und anderen österreichischen Bundesländern gebe. Wie Schütz-Oberländer weiters ausführte, haben sich bereits zahlreiche italienische Firmen in Kärnten angesiedelt, wo es umfassende Beratung und Unterstützung sowie kurze Behördenverfahren gebe.
Der Kärntner Delegation gehörten auch Albert Kreiner von der Abteilung 7 des Landes, Johannes Kasal von der Rail Cargo Austria und Martina Rattinger vom Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel an.
Von italienischer Seite nahmen noch Luigi Brugnaro, Präsident der Industriellenvereinigung Venetiens, und Antonio Revedin, Direktor für strategische Planung und Entwicklung, an den Gesprächen teil.
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