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MO | 13.02.2012
Leeres Klassenzimmer (Bild: APA/Roland Schlager)
BILDUNG
Schulstart: Heuer fast 100 Klassen weniger
Zum Schulbeginn wird es in Kärnten heuer über 1.000 Pflichtschüler weniger geben, das Land macht deswegen Ernst mit "Strukturbereinigungen": Es wird 97 Klassen und 120 Lehrer weniger geben, drei Kleinschulen wurden geschlossen.
65.000 Pflichtschüler in Kärnten
1.030 Pflichtschüler weniger
Für 65.000 Kinder und Jugendliche beginnt in Kärnten in etwas mehr als einer Woche wieder die Schule, 5.650 davon sind sogenannte "Taferlklassler". Insgesamt sind das 1.030 Pflichtschüler weniger als noch zu Ferienbeginn.

Seit Ferienbeginn haben sich im Kärntner Schulbereich auch andere Änderungen ergeben: Die Kleinschulen in Lölling, Rubland und Reisach wurden geschlossen, laut Schulreferent Scheuch (FPK) geschah das im Einverständnis mit den Eltern. Weiters wurden insgesamt elf Schuldirektionen eingespart, zum Teil durch Zusammenlegungen.
Zwischen 18 und 25 Kinder sollen in eine Klasse.
Scheuch will größere Klassen
Auch die Zahl der Klassen geht deutlich zurück, nämlich um 97 (neun Prozent). In der Folge werde man größere Klassen haben, sagt Scheuch: "Das war der Sinn der Strukturmaßnahmen. Wir haben in Villach und anderen Städten gesehen, dass man bewusst Klassenzahlen aufrecht erhalten hat, ohne dass Kinder drin waren. Das ist der falsche Ansatz, wir wollen vernünftige Klassengrößen zwischen 18 und 25 Kindern, weil wir nur dadurch die Chance haben, Pädagogen für Sonderpädagogik, Behindertenbetreuung oder Legasthenie etc. frei zu bekommen."
120 Lehrer wurden abgebaut.
Immer noch zuviele Lehrer
Dass hier auf Kosten der Qualität gespart werde, lässt Scheuch nicht gelten. Im Österreichvergleich lägen die Klassenschülerzahlen in Kärnten nach wie vor im unteren Bereich.

Nach wie vor weit über dem Österreich-Schnitt liege Kärnten bei der Zahl der beschäftigten Lehrer. Scheuch: "Während es im letzten Jahr 720 Lehrer zu viel waren, wird sich diese Zahl heuer auf 600 reduzieren." Die Hälfte der Pensionierungen und befristeten Dienstverträge habe man nicht nachbesetzen müssen. Dennoch kosten die Lehrer dem Land etwa 22 Millionen Euro pro Jahr.

760 Jung-Pädagogen stehen derzeit auf der Warteliste, ein Großteil davon ist laut Scheuch sofort verfügbar. Bedarf gebe es derzeit aber nur im zweisprachigen Bereich.
Zusammenlegung von Landesschulrat und Landesschulabteilung geplant
Verwaltung soll billiger werden
Aufgeschlossen zeigte sich der Schulreferent, was die Abschaffung von Doppelgleisigkeiten im Bereich der Verwaltung betrifft - sprich die Zusammenlegung von Landesschulrat und Landesschulabteilung.

Dadurch würden sich Millionen einsparen lassen, so Scheuch: "Der Bezirks- und Landeschulrat kostet ca. fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr. Wenn es gelingt, die Hälfte einzusparen, würde man für den Bund Geld sparen, dass man zweckgebunden für Kärnten verwenden könnte."

Um dies umzusetzen, bedarf es allerdings der Zustimmung des Bundes. Die Zusammenlegung soll daher in der nächsten Landeshauptleute-Konferenz thematisiert werden.
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