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MO | 13.02.2012
Landesschild des Fürstentums Liechtenstein (Bild: dpa/Hildenbrand)
POLITIK
Weiter Rätselraten um Haider-Millionen
Das laut "profil" in Liechtenstein entdeckte Geheimvermögen von Jörg Haider gibt weiter Rätsel auf. Drei Personen sollen noch Zugriff auf die Konten haben. Aus Haiders Umfeld will niemand etwas von den Konten wissen.
45 Mio. Euro soll Haider auf Konten deponiert haben, übrig sollen noch fünf Millionen sein.
"profil": Drei Zugriffsberechtigte
Im Rahmen der Untersuchungen zur Hypo- und Buwog-Affäre seien die Haider-Konten entdeckt worden, berichtet "profil". 45 Mio. Euro soll der verstorbene Landeshauptmann bei zwölf Briefkastenfirmen deponiert haben, übrig seien nun noch fünf Millionen.

Die Staatsanwaltschaften in Lichtenstein und Klagenfurt ermitteln, geben derzeit aber keine Auskünfte. Laut "profil" hat die Suche nach jenen Personen begonnen, die Zugriff auf die verbliebenen fünf Mio. Euro haben sollen. Das Nachrichtenmagazin berichtet von "drei namentlich bekannten Weggefährten Haiders", deren Zugriffsrecht auch aktuell noch gelte. Ein Verfügungsberechtigter sei unauffindbar und gelte als verschollen.
Petzner ortet politische Verschwörung
Haider-Umfeld wusste nichts
Aus Haiders Umfeld will niemand etwas von den Konten wissen, weder Witwe Claudia Haider, noch FPK-Chef Uwe Scheuch, noch LH Gerhard Dörfler, der meine, darüber nie informiert gewesen zu sein.

Stefan Petzner, der frühere Sprecher Haiders, ortet eine politische Verschwörung: "Das ist ein Versuch von rot-schwarzen Richtern und Staatsanwälten, Jörg Haider über die Hypo-Causa kaputt zu machen und Kärnten zu schaden, das lasse ich nicht zu", sagte er im ORF-Interview.

Die Existenz der Konten bestreitet Petzner nicht, sie hätten aber nichts mit Haiders Parteien zu tun. Er könne versichern, dass keine Hypo- oder Buwog-Gelder nach Liechtenstein geflossen sind. Kein Mandatar von FPÖ, BZÖ und FPK habe damit etwas zu tun. Das Geld auf den Liechtensteiner Konten sei garantiert kein Schmier- oder Schwarzgeld. Die Konten seien zu einer Zeit eingerichtet worden, als die FPÖ keine Regierungsverantwortung gehabt habe.

Ein zweiter ehemaliger Sprecher Haiders, Karl Heinz Petritz, sagte zum ORF: "Die Sache ist für mich nicht nachvollziehbar. Meines Wissens war Haider während meiner Zeit nie in Liechtenstein."
Petritz: "Ein
schlechter Witz"
Gerüchte um "Wahlkampfhilfe" aus Libyen
Laut einem profil-Informanten soll Haider wegen seiner Freundschaft zu Muammar Gaddafis Sohn Saif al-Islam auch immer wieder Geld für Wahlkämpfe aus Libyen erhalten haben. Petritz dementiert dies: "Ein schlechter Witz, absurd. Das schließe ich zu hundert Prozent aus."
"Steueroase" Liechtenstein
Niedrige Steuersätze, ein besonderes Stiftungsrecht und ein striktes Bankgeheimnis machen den Kleinstaat zur "Steueroase". Auskünfte über Konten lehnen die Geldinstitute in Liechtenstein auch gegenüber ausländischen Steuerfahndern strikt ab. Nach Schätzungen haben in dem Kleinstaat 80.000 Briefkastenfirmen, viele davon kontrolliert von Stiftungen, ihren offiziellen Sitz.

Solange die in Liechtenstein verdienten Zinsen in Österreich in der Steuererklärung angegeben werden, gilt so eine Veranlagung nicht als Steuerhinterziehung. Damit das Geld von den Finanzbehörden unentdeckt bleibt, versehen aber viele Steuerhinterzieher die Stiftung mit einem Namen, der nicht auf den Gründer schließen lässt, und vertrauen die Verwaltung einem Treuhänder an. Um die Spuren vor den Steuerfahndern noch weiter zu verwischen, kann das Stiftungskapital auf einem Schweizer Konto angelegt werden.
Auch FPÖ hat an Aufklärung "größtes Interesse"
Rasche Aufklärung gefordert
SPÖ und Grüne forderten am Wochenende jedenfalls lückenlose Aufklärung, so auch FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache. Er meinte am Sonntag, die FPÖ habe größtes Interesse an dieser Causa, habe doch BZÖ-Gründer Haider bei der seinerzeitigen Abspaltung die freiheitliche Parteikassa mit einem Millionenloch hinterlassen.
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