|
|
|
 |
 |
POLIZEI |
24.07.2010 |
|
|
|
|
Immer mehr Straftaten sind bloße Erfindung
Immer mehr Straftaten werden von vermeintlichen Opfern vorgetäuscht. Die Palette reicht vom bewaffneten Raubüberfall bis hin zur Vergewaltigung. Laut Landeskriminalamt sind 30 Prozent der Überfälle fingiert.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Polizei bekommt viele "Märchen" zu hören
Immer öfter erweisen sich bei der Polizei angezeigte Straftaten im Laufe der Ermittlungen als Lügengeschichten. Es ist unglaublich, was die Polizei an phantasievoll erzählten "Märchen" aufgetischt bekommt.
Erst vor einigen Tagen entpuppte sich der angebliche Raubüberfall auf einen jungen Veldener als Fantasiegeschichte. Das Motiv: Der junge Mann wollte mit dem fingierten Überfall Kosten für jene Schäden hereinholen, die er als Betrunkener angerichtet hatte.
Oft führen solche Lügengeschichten auch zu erheblichem Polizeiaufwand, wie ein Fall vor zwei Jahren zeigt: Damals wurde im Zuge einer Alarmfahndung mit Hubschrauber, Hundestaffeln und Straßensperren nach einem Unbekannten gesucht, der einen Taxifahrer überfallen haben soll. Dass die Geschichte ein Märchen war, stellte sich bald heraus.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
"Vergewaltiger" wegen Gipsfuß außer Gefecht
Oberst Christian Martinz erinnert sich auch an die Geschichte einer Vergewaltigung, die von einem jungen Mädchen angezeigt wurde.
"Bei den Erhebungen hat sich herausgestellt, dass ihr ehemaliger Freund zwei bis drei Tage vorher einen Arbeitsunfall und daher einen Gipsfuß hatte. Nur hat das vermeintliche Opfer den vermeintlichen Täter in dieser Zeit mehrere Tage lang nicht gesehen und wusste davon nichts. In diesem Fall wurde relativ rasch klar, dass er mit der Sache nichts zu tun hatte", so Martinz.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Durchzechte Nacht wird schnell zum "Raub"
Enttäuschte Liebe, Rache oder Geltungsdrang sind häufige Motive für erfundene Sexualdelikte. Bei Raubüberfällen ist die Palette breiter: Der Erklärungsnotstand zuhause nach einer durchzechten Nacht im Bordell etwa. Oder aber belastende Unterlagen, die bei einem fingierten Überfall vor der drohenden Finanzprüfung verschwinden. So passiert in Völkermarkt.
Faktum ist, vorgetäuschte Straftaten liegen im Trend, so Martinz.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Polizei: "30 Prozent der Überfälle fingiert"
Martinz: "Es werden ungefähr 30 Prozent der Raubüberfälle sein, die fingiert sind, bei den Sexualdelikten ist es etwa jeder fünfte Fall. Was natürlich dazu führt, dass die Bereffenden nicht nur ein Strafverfahren zu erwarten haben, sondern auch von uns für die Einsätze Ersatzvorschreibungen bekommen - diese können bis zu 4.000 Euro betragen".
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 Aus Fantasie wird Wahrheit, so Psychologin Menschik-Bendele. |
|
|
|
Viele lügen, um Aufmerksamkeit zu erhalten
Viele selbst ernannte Opfer haben keinen nachvollziehbaren Grund zu lügen und tun es doch. Psychologin Jutta Menschik-Bendele erklärt, warum: "Der Gewinn könnten darin bestehen, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen. Man kommt in die Öffentlichkeit, hat vielleicht Presse - das sind in erster Linie fehlgeleitete Versuche, das Selbstwertgefühl zu heben".
Dass die falschen Opfer selbst bei der x-ten Einvernahme an ihrem Märchen festhalten, lässt sich auch erklären, so die Psychologin: "Man kann das soweit abspalten, sich soweit in seine Fanatasiewelt flüchten, dass die Fantasie dann Wahrheit wird."
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Oft ist der Lügner selbst der "Gefoppte"
Weil Lügen beaknntlich kurze Beine haben, bleibt häufig dennoch das falsche Opfer der "Gefoppte". Dann nämlich, wenn sich die Wahrheit herausstellt und etliche tausend Euro Strafe zu zahlen sind - für das "Märchen" und die Kosten für den Einsatz der Polizei.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|