Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
SK Austria Kärnten Wappen (Bild: SK Austria)
FINANZEN
SK Austria Kärnten meldete Konkurs an
Der SK Austria Kelag Kärnten hat am Montag Konkurs angemeldet. Die Verbindlichkeiten liegen bei 3,1 Mio. Euro. Auch die SK Austria Kelag Kärnten Wirtschaftsbetriebe GmbH hat einen Konkursantrag gestellt. Sie ist mit rund 1,5 Mio. Euro überschuldet.
Laut Ruckhofer müssen mindestens 600.000 Euro aufgebracht werden.
Zwangsausgleich nur mit Subventionen
Was nach der Verweigerung der Bundesligalizenz mehrfach angekündigt worden war, ist am Montag nun Realität geworden. Der Klagenfurter Fußballverein ist pleite.

Wie Arno Ruckhofer vom Alpenländischen Kreditorenverband Montagmittag gegenüber dem ORF Kärnten bestätigte, beabsichtige Vereinspräsident Mario Canori, im Zuge des Konkursverfahrens einen 20-prozentigen Zwangsausgleich abzuschließen, um weiterhin den Fußballverein betreiben zu können.

"Das wird jedoch nur dann möglich sein, wenn seitens des Landes bzw. der Stadt Klagenfurt entsprechende Mittel zur Bezahlung dieser Quote zur Verfügung gestellt werden." Laut Ruckhofer seien zu diesem Zweck mindestens 600.000 Euro erforderlich. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass auch für einen Spielbetrieb in Zukunft Geldmittel benötigt würden, unterstrich Ruckhofer.

Ob dafür tatsächlich eine Million Euro im Jahr benötigt würden, könne laut Ruckhofer nicht abgeschätzt werden: "Ich kann nicht beurteilen, was so teuer sein soll."
Der Verein verfügt über ein Barvermögen von rund 300.000 Euro.
Höhe der Forderungen noch unklar
Es sei noch nicht ganz sicher, ob alle angeführten Forderungen tatsächlich zur Anmeldung gelangen werden. So seien Beispielsweise Forderungen der Stadt Klagenfurt mit 750.000 Euro vorhanden, sowie Forderungen aus einer Klage des seinerzeitigen FC Kärnten in der Höhe von rund 1,1 Millionen Euro.

Ruckhofer: "Ob diese Forderungen tatsächlich in den Konkurs fallen werden, wird sich im Zuge des Verfahrens erst herausstellen."

Der Verein verfüge derzeit über ein Barvermögen in der Höhe von rund 300.000 Euro. Zudem sei ein Anlagevermögen im Wert von rund 50.000 Euro angeführt, aber auch Haftungen des Landes Kärnten betreffend der Forderung des FC Kärnten, so Ruckhofer.
Wirtschaftsbetriebe: 1,5 Mio. Euro Schulden
Die SK Austria Kelag Wirtschaftsbetriebe GmbH, dessen hundertprozentiger Gesellschafter der Verein ist, ist vom zweiten am Montag eingebrachten Konkursantrag betroffen.

Ihre Verbindlichkeiten werden im Konkursantrag mit 1,5 Millionen Euro angeführt. Darin ist auch eine Forderung des Vereins von rund 1,1 Millionen Euro enthalten.
"Desaströse" Spielergebnisse trotz großzügiger Förderungen.
Landesunterstützung für LH ausgeschlossen
Landeshauptmann und Sportreferent Gerhard Dörfler (FPK) sagte am Montag, vom Land werde es kein weiteres Geld für den Ausgleich geben: "Schade, dass es nach dem sportlichen Konkurs jetzt auch den monetären Konkurs gibt. Ich bin Sportreferent und habe Sportmittel für Vereine und Projekte zur Verfügung zu stellen, aber keinesfalls für eine Konkurs- oder Ausgleichsfinanzierung. Diesem Wunsch des Herrn Präsidenten werde ich sicher nicht nachkommen, denn es würde kein Steuerzahler verstehen, dass wir in Zeiten der Sparpakete einerseits Leistungen zurücknehmen müssen, aber gleichzeitig den Ausgleich eines pleite gegangenen Fußballclubs finanzieren. Das wird sicher nicht stattfinden."

Das Aus des Vereins sei bereits am grünen Rasen passiert, unterstrich Dörfler, denn leider habe die Mannschaft trotz großer öffentlicher Förderungen seitens der Stadt und des Landes nur "desaströse" Spielergebnisse erzielt: "Wenn man so viel Fördergeld erhält und trotzdem eine Insolvenz das Ergebnis des Ganzen ist, ist mein Latein am Ende."
Startkapital für die Regionalliga Mitte.
Stadt unterstützt nun SV Austria Klagenfurt
550.000 Euro, einen Teil des Geldes, das die Stadt Klagenfurt für die Austria Kärnten reserviert hatte, bekommt jetzt der SV Austria Klagenfurt als Startkapital für die Regionaliga Mitte. Die SV Austria Klagenfurt arbeitet dafür in einer Spielgemeinschaft mit dem verschuldeten Fußballclub von St. Stefan im Lavanttal zusammen.
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