Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Ferialjob (Bild: APA)
TOURISMUS
Gastgärten: Wirte für Liberalisierung
Für Diskussion sorgt die geplante Freigabe von Gastgärten. Wirte würden keine Genehmigung mehr für die Offenhaltung ihrer Schanigärten benötigen. Was die Wirte freut, könnte Ärger mit lärmgeplagten Anrainern geben.
Bis zu sechs Anzeigen täglich
Beim momentanen Wetter sind Gastgärten ohnehin kein Thema. Doch sobald die Sonne wieder scheint und die Abende lau sind, sorgen die Gastgärten bestimmt wieder für Ärger. Pro Tag gibt es kärntenweit bis zu sechs Anzeigen von Anrainern, die nicht schlafen können.
Wirt sollte sich bemühen, mit Anrainern in Frieden zu leben.
Gäste nicht mehr hinaus komplimentieren
Die Wirte pochen auf eine Änderung der Gewerbeordnung. Künftig soll für Gastgärten kein Genehmigungsverfahren mehr notwendig sein.

Die neue Regelung soll festlegen, dass Sprechen, Lachen und Essen als üblicher Lärmpegel in einem Gastgarten gelten und kein Grund für eine frühere Sperrstunde sind. Derzeit gelten, je nach Lage des Gastgartens, 22.00, 23.00 oder 24.00 Uhr als Sperrstunde.

Guntram Jilka von der Wirtschaftskammer: "Die Novellierung der Gewerbeordnung hat das Ziel, dem Wirt eine Garantie der Betriebszeiten zu geben. Er kann investieren, seinen Gastgarten schön herrichten. Der Anrainer ist ja auch oft Gast, der Wirt ist doch bestrebt mit ihm in gutem Einvernehmen zu leben."
Wirt: "Müssen nicht mehr jede Minute auf die Uhr schauen."
Vor allem Salzburger besorgt
Eine Regelung, ganz nach Geschmack des Klagenfurter "Hadnwirtes" Anton Pacher: "Klar würde es leichter werden, weil der Wirt nicht die Belastung hat, dass er jeder Minute auf die Uhr schauen muss. Er muss die Leute rauswerfen, die er damit verärgert."

Er hat kaum direkte Anrainer, doch anderswo beschweren sich Nachbarn immer wieder über Gastgartenlärm. Sie hätten schlechte Karten, falls die Freigabe der Gastgärten kommt, fürchten Stadtpolitiker in Salzburg.
Singen, Lärmen und laute Musik bleiben verboten.
Lärmen nach wie vor verboten
Im Tourismusland Kärnten sieht man das anders. Albert Kreiner ist der Leiter der Gewerbebehörde des Landes: "Österreich und insbesondere Kärnten ist ja ein Tourismusland. Das bedeutet, Gastgärten gehören zur Gastkultur dazu. Es muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Bedürfnis der Anrainer auf Ruhe und dem Bedürfnis der Gäste, sich zumindest zu unterhalten. Lärmen, Singen und Musikhören ist ja in den Nachtstunden untersagt. Wir haben ja keine Änderung in der Betriebszeit."

Bei unzumutbarer Lärmbelästigung könne die Behörde künftig aber auch einen Gastgarten schließen lassen, sagte Kreiner.
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