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MI | 11.04.2012
Mario Canori (Montage: ORF)
SPORT
SK Kärnten: Aus für Erste Liga
Das Ständige Neutrale Schiedsgericht hat am Freitagabend in einem mündlichen Urteil die Klage des SK Austria Kärnten abgewiesen und somit keine Lizenz für die Erste Liga erteilt. Ein Konkurs ist wahrscheinlich.
"Enttäuschung ist riesengroß"
In einer Aussendung des SK Austria Kärnten am Freitagabend hieß es, die Enttäuschung sei riesengroß. Man habe die letzten vier Wochen, gemeinsam mit Stadt und Land, wacker gekämpft.

Präsident Mario Canori: "Das Ständige Neutrale Schiedsgericht hat in seiner wesentlichsten Begründung das zu späte Einlagen der dementsprechenden Beschlüsse und Verträge genannt."

Demnach hätten nachgereichte politische Beschlüsse und Verträge schon am 10. Mai beim Protestkomitée der Bundesliga einlangen müssen.
Dörfler: Sportpolitischer Skandal.
Konkurs droht
Canori wird vorerst weiter Präsident des Vereines bleiben. Es droht ein Konkurs. Sollte dieser abgewendet werden, so könnte Austria Kärnten in der Regionalliga Mitte antreten. Die Spieler können den Verein aber bis auf Ausbildungsentschädigungen ablösefrei verlassen.

Damit waren die Bemühungen von Stadt und Land, in den vergangenen vier Wochen den Profifußball zu retten, vergebens. LH Gerhard Dörfler (FPK) in einer ersten Reaktion: "Für mich ist das ein sportpolitischer Skandal. Scheinbar ist es darum gegangen, einen Wiener Verein, die Vienna, zu retten und dafür die Austria zu zerstören. Fakten und Garantien lagen auf dem Tisch."
Stadt gewährte ein 800.000-Euro-Darlehen - Voraussetzung war eine Lizenz.
Scheider: Verstehe es nicht ganz
Die Stadt Klagenfurt hatte Austria Kärnten noch ein Darlehen in der Höhe von 800.000 Euro gewährt, von dem nur 250.000 Euro ausbezahlt wurden.

Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (FPK) zur verweigerten Lizenz: "Ich verstehe es nicht ganz, nachdem von Stadt, Land und dem Verein selbst alle Rahmenbedingungen, Nachbesserungen gemacht wurden. Für uns ist zu klären, wie wir damit umgehen."

Das Darlehen der Stadt sei an eine positive Lizenz-Entscheidung geknüpft gewesen, so Scheider. Dazu gebe es einen klaren "Sideletter". Jetzt ist die Situation anders. Man werde aber mit dem Verein sprechen, welche Möglichkeiten es gebe. Man sollte jetzt Leute an Bord holen, die sich mit Fußball auskennen, so Scheider.

Laut SPÖ-Vizebürgermeisterin Maria Luise Mathiaschitz wurden mit dem Verein in den letzten Jahren 25 bis 30 Millionen Euro in den Sand gesetzt.
Einige Fragen zu klären.
Wie geht es mit Stadion weiter?
Am kommenden Montag wird in der Präsidiumssitzung die weitere Vorgehensweise beschlossen.

Geklärt werden muss aber auch, wie die Hypo Group Arena ohne Bundesligabetrieb sinnvoll genutzt werden kann. Außerdem muss die Übertragung der Nachwuchsakademie von Austria Kärnten an den Kärntner Fußballverband geregelt werden.
LR Peter Kaiser: Mir blutet das Herz.
SPÖ-Reaktion: "Entwicklung vorhersehbar"
Als Austria-Fan seit dem vierten Lebensjahr blutet mir das Fußballerherz", reagierte der Vorsitzende der SPÖ-Kärnten, Peter Kaiser, in einer Aussendung am Samstag.

Allerdings sei diese Entwicklung leider vorhersehbar gewesen. Der teuer erkaufte Lizenzkauf habe vorhandene Strukturen in den Hintergrund gedrängt und hatte zur Folge, dass ein bestehender Verein, der FCK, liquidiert werden musste. Die Schuldzuweisungen seien laut Kaiser "besondes billig", nur ein Neuanfang helfe. Vor allem sollte man sich um die Fußballjugend kümmern, so Kaiser.
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