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MI | 11.04.2012
Hauptplatz Villach (Bild: ORF/Haas)
KULTUR
"Gemma Kunst schaun" in Villach
In Villach heißt es wieder: Gemma Kunst schaun. An 57 verschiedenen Orten der Stadt zeigen bekannte und neue Künstler ihre Werke. Die Bandbreite reicht vom bestickten Kärntner Anzug bis zum goldenen Huhn in einem Schaufenster.
Internationale Künstler machen mit.
Zentrum Sudhaus
Das Kunsthaus Sudhaus der Villacher Brauerei ist das Zentrum von "Gemma Kunst schaun". Hier sind die meisten Arbeiten ausgestellt, gleichzeitig wird aber immer noch Bier gebraut. Edith Eva Kapeller ist wieder für Idee und Organisation verantwortlich.

Sie freut sich, dass sich wieder eine ganze Stadt der Kunst öffnet: "Neu ist heuer, dass es ein weltumspannender Bogen von internationalen Künstlern ist, die sich beteiligen." Unter anderem kommen die Künstler aus Brasilien, Japan oder Russland.

Neu ist in diesem Jahr aber auch, dass das Theater in die Stadt geht. Das kleinste Theater der Welt steht jetzt auf dem Hauptplatz. Die Stücke kann sich das Publikum aussuchen. Sie dauern zwischen zehn und 300 Sekunden.
Altes Sudhaus der Villacher Brauerei (Bild: ORF)
Markus Orsini-Rosenberg (Bild: ORF)
Bilder hängen auch in Geschäften.
"Auseinandersetzung ist künstlerischer Akt"
Den besonderen Reiz von "Gemma Kunst schaun" macht auch aus, dass Bilder wie die von Markus Orsini-Rosenberg in einer Papierfachhandlung zu sehen sind. Orsini-Rosenberg: "Kunst ist ja einfach die Auseinandersetzung, das ist der künstlerische Akt. Das Kunstwerk ist eigentlich nur ein Mittel zum Zweck. Das "Gemma Kunst schaun" ist in sich eine Art Kunstwerk oder ein Gesamtkunstwerk der Kommunikation."
Alpine Kulturtechnik: Kreuzstich
Installation mit Kärntneranzügen im Sudhaus (Bild: ORF)
Birgit Bachmanns bestickte "Kärntner Anzüge"tragen Schriftzüge wie: Hinterdörfler, Unterwürfigkeit, Hypo -systemisch oder Ortstafelstreit. Gestickte Worte auf braunem Untergrund, die zum Denken anregen sollen. Dass viele diese Zweckentfremdung durch die Kunst als Frevel ansehen, scheint da dennoch vorprogrammiert.

Doch der "Kärntner Anzug" ist anders als die Kärntner Fahne nicht geschützt und kann ohne rechtliche Probleme verwendet werden. Auf einem ihrer Krieger stellt Birgit Bachmann auch die Frage nach der Zukunft der Kinder und damit auch nach der Zukunft Kärntens.
Ausstellung bis 12. Juni.
Handke arbeitet auch mit Musik
Viele trafen sich am Donnerstagabend in der ehemaligen Messerschleiferei Haller an der Draulände. Zwölf Künstlerinnen, zwölf unterschiedliche Spielarten der Kunst, war das Motto. Mit dabei auch Amina Handke, die Tochter von Peter Handke. Sie arbeitet in den Bereichen Mixed Media, Malerei, Video, Bühnenbild und Musik.

Wichtig ist ihr, dass die Zusammenstellung der Musik genau auf Anlass und Ort abgestimmt wird: "Jetzt geh ich nach Villach, da schau ich, dass ich was Slowenisches einfließen lasse, was wahrscheinlich niemandem auffällt."
57 Stationen sind noch bis 12. Juni zu sehen.
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