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MO | 13.02.2012
Kenny der Braunbär (Bild: ORF)
TIERE
Kärnten will Bären ansiedeln
Kärnten will ein Projekt zur Wiederansiedlung von Bären starten. Beim "Bärengipfel" wurde über eine mögliche Übersiedlung einiger Tiere nach Österreich gesprochen, da in Slowenien Bären zum Abschuss freigegeben wurden.
Idee des WWF
Rund 80 Bären gab Slowenien heuer zum Abschuss frei. Die Begründung: Die Population sei zu groß. Für die Natur- und Bärenschützer sind das zu viele Abschüsse, der World Wide Fund for Nature (WWF) regte deshalb an, Bären nach Österreich zu übersiedeln. Das Land Kärnten griff die Idee auf.
Bärengipfel (Bild: ORF)
Uwe Scheuch, FPK (Bild: ORF)
Drei Jahre lang sollen Tiere beobachtet werden.
Monitoring der Tiere
Es werde allerdings ein längerfristiges Projekt, man dürfe "Aktionen nicht übereilen", sagte Naturschutzreferent Uwe Scheuch (FPK) bei einer Pressekonferenz am Montag in Klagenfurt.

Als Auftakt soll ein genetisches Monitoring in Kärnten durchgeführt werden, um herauszufinden, welche Bären durch Kärnten ziehen, wie lange sie sich aufhalten und ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt.

Dafür ist ein Zeitraum von drei Jahren veranschlagt, der Startschuss soll noch heuer erfolgen. Derzeit sind sechs bis acht Bären in Südkärnten unterwegs, hauptsächlich Männchen.
Ferdinand Gorton (Bild: ORF)
Jäger wollen Lage erst beobachten.
Jäger gegen Hau-ruck-Aktion
Die Jägerschaft und die Landwirte meldeten beim "Bärengipfel" Bedenken an. Eine Übersiedlung von Bären müsse vorbereitet werden, sagte Landesjägermeister Ferdinand Gorton.

"Daher waren wir auch der Meinung , dass es nicht in einer Hau-ruck-Aktion zu einer menschenbeeinflussten Vergrößerung dieser Population kommen muss. Ich glaube, dass sich der Bär hier wohlfühlt. Wenn man in zwei oder drei Jahren zu einem Ergebnis kommt, dass man ihm da oder dort weiterhelfen müsste, wird man sich in dieser Runde wiedertreffen und die Wissenschaft nach den neuesten Erkenntnissen befragen", so Gorton.

Bärenanwalt Bernhard Gutleb befürwortet eine Übersiedlung von Bären von Slowenien in absehbarer Zeit.
Bärenanwalt Bernhard Gutleb (Bild: ORF)
Aufklärung der Bevölkerung nötig.
20.000 Euro Kosten pro Bär
Laut Scheuch bedarf es auch einer Aufklärung der Bevölkerung, da etwa die Grundbesitzer in den betroffenen Gebieten gegen eine Ansiedlung seien. "Eine Akzeptanzlösung ist die einzig nachhaltige Lösung", erklärte Scheuch.

Am Projekt sollten sich außerdem noch die Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich beteiligen, wobei sich laut Scheuch aktuell nur Oberösterreich eine Mitarbeit vorstellen kann. Man wolle allerdings "keine Insellösung". Sollte eine Ansiedlung schlagend werden, müssten alle Bundesländer dafür sein, erklärte Scheuch.

Die Kosten für Fang, Transport und Aussetzung in Kärnten belaufen sich pro Bär auf rund 20.000 Euro, finanziert würde das im Fall des Falles vom WWF.
Wer hat "Roznik" erlegt?
Immer noch nicht geklärt ist, wer den Bären "Roznik" vor gut einem Jahr an der Grenze zu Slowenien abgeschossen hat. Ein Südkärntner Jäger wird beschuldigt, doch die Beweise reichen weiter nicht aus. Sollte es ein Jäger gewesen sein, werde er die Lizenz verlieren, erklärte die Jägerschaft. Sie spricht von einem "Verrückten".
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