Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Wasserhahn (Bild: Fotolia/shreddhead)
VERGLEICH
Klagenfurter Wasserpreis im Spitzenfeld
Ein Preisvergleich in den Kärntner Bezirksstädten zeigt: In Klagenfurt ist das Trinkwasser am teuersten. Im Gemeindevergleich ist Klagenfurt nicht Spitzenreiter - aber nur, wenn die umstrittene Wasserbereitstellungsgebühr nicht eingeführt wird.
Verfügung gegen geplante Gebühr
Eine Wasserbereitstellungsgebühr darf vom Gesetz her zusätzlich zur Wassergebühr eingehoben werden. Laut Gemeindeabteilung darf diese aber nicht mehr als die Hälfte der Wassergebühr betragen.

Die Stadtwerke Klagenfurt mussten jetzt die geplante Bereitstellungsgebühr von knapp 83 Euro im Jahr aber zurücknehmen, das Landesgericht Klagenfurt hat auf Betreiben einr Bürgerinitiative eine einstweilige Verfügung erlassen. Einige andere Bezirksstädte überlegen jedoch ebenfalls, eine Wasserbereitstellungsgebühr einzuführen.
Klagenfurt führt mit
192 Euro im Jahr
Teuerste Bezirkshauptstadt
Ein ORF-Vergleich unter den acht Kärntner Bezirksstädten zeigt: Klagenfurt verlangt jetzt schon die höchsten Wassergebühren. Der Vergleich basiert auf einem Wasserverbrauch in einem Haushalt von 150 Kubikmetern im Jahr.

In Klagenfurt muss dafür der Haus- oder Wohnungsbesitzer ohne Bereitstellungsgebühr jährlich 192 Euro zahlen. Die zweitteuerste Stadt ist St. Veit an der Glan mit 180 Euro, gefolgt von Villach mit 168 Euro.

Am wenigsten muss derzeit in Feldkirchen für das Wasser gezahlt werden, und zwar 136,5 Euro im Jahr. Allerdings überlegen sich die Verantwortlichen in der Tiebelstadt die Einführung einer Bereitstellungsgebühr.

Die zweitbilligste Stadt ist Spittal an der Drau. In Wolfsberg, Hermagor und Völkermarkt zahlt ein durchschnittlicher Haushalt für das Wasser zwischen 148 und 161 Euro im Jahr.
Umlandgemeinden teils teurer
Vergleicht man die Landeshauptstadt mit einigen umliegenden Gemeinden, so hat Klagenfurt derzeit allerdings nicht die höchste Wassergebühr: In Maria Saal wird zum Beispiel deutlich mehr verlangt. Hier wird eine Wassergebühr und eine Bereitstellungsgebühr eingehoben. Das macht für einen Haushalt mit 140 Quadratmeter Wohnfläche rund 260 Euro aus, also um 68 Euro mehr als in der Landeshauptstadt. Auch Maria Wörth ist mit rund 199 Euro pro Jahr und Haushalt etwas teurer.
Klagenfurt will "Rücklagen" bilden
Wenn Klagenfurt allerdings künftig eine Bereitstellungsgebühr einheben sollte, ist die Landeshauptstadt, was die reine Wassergebühr ohne Kanal betrifft, teurer als die umliegenden Gemeinden.

Eine Gemeinde darf für Wasser maximal doppelt soviel verlangen, wie die laufende Bereitstellung des Wassers kostet. Jede Gemeinde ist verpflichtet, Rücklagen zu bilden, damit Investitionen in die Erneuerung von Pumpanlagen, Rohrleitungen und Hochbehälter jederzeit finanziell gedeckt sind. Genau damit argumentieren die Stadtwerke Klagenfurt.
Geplante Gebühr soll fallen
Bürgerinitiative beharrt auf Streichung
Die Offenlegung dieser Kosten und möglicher Einsparungspotenziale verlangte am Montag abermals die Bürgerinitiative Wasser. Die geplante Bereitstellungsgebühr müsse fallen, man werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausnutzen, kündigt die Bürgerinitiative an.
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