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DI | 14.02.2012
Embryo (Bild: APA)
MEDIZIN
Embryologenforum tagte in Klagenfurt
Jedes siebente Paar sieht sich mit einem unerfüllten Kinderwunsch konfrontiert. Mehr als 50 Reproduktionsbiologen, Embryologen und acht Unternehmen sind an diesem Wochenende zu einer Fortbildungsveranstaltung nach Klagenfurt gekommen.
Oft mehrere Versuche nötig.
Hunderte künstliche Befruchtungen pro Jahr
Hunderte Frauen lassen sich in Kärnten pro Jahr künstlich befruchten, weil es auf natürlichem Weg nicht funktioniert.

Eine medizinische Ursache bei der Frau oder beim Mann ist Voraussetzung, um 70 Prozent der Kosten ersetzt zu bekommen. Eine künstliche Befruchtung kostet dann rund 1.000 Euro. Sonst müssen mehrere tausend Euro dafür bezahlt werden. Bei jeder zweiten Frau funktioniert es nach dem zweiten oder dritten Versuch.
Expertin: "Natürliche Bedingungen schaffen"
Auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung werde intensiv geforscht, so die Ärztin Susanne Bulfon Vogl: "Man versucht, die Verhältnisse nachzuahmen, die bei einer natürlichen Befruchtung da wären. Ich versuche, die Spermien zu sehen, die auch auf natürlichem Wege befruchtet hätten. Ich versuche auch, den Eizellen die Umgebung zu bieten, die sie auch im Eileiter gehabt hätten."
Bulfon Vogl: Geschäftemacherei im Internet oder in ausländischen "Reproduktionskliniken" sind Ausnahmen.
Strenge Standards und Überprüfungen
Schwerpunkte bei der Tagung in Klagenfurt waren die Lehre vom Mann und die Hygiene bei künstlichen Befruchtungen.

Der Geschäftemacherei mit einem Schicksal im Internet oder in ausländischen "Reproduktionskliniken" werde Einhalt geboten, versicherte Susanne Bulfon Vogl: "Ich denke, dass das Ausnahmen sind. Die meisten bemühen sich, weil man ja dem Paar zu einem Kind verhelfen will. Das ist ja der Wunsch jedes Instituts."

Man versuche, die Methoden anzuwenden, die die höchste Chance bieten, zu einem Kind zu kommen: "Auf europäischer Ebene werden ja nach den neuen, EU-weiten Richtlinien und nach dem neuen Gewebesicherheitsgesetz sehr hohe Standards gesetzt. Diese Standards werden auch überprüft."
Gute Chancen für Frauen unter 45
In Österreich gibt es üblicherweise eine künstliche Befruchtung für Frauen nur bis zum 40. Lebensjahr.

"Man kann nicht wirklich sagen, dass es danach nicht mehr möglich ist. Aber bei Frauen über 45 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit, mit einer eigenen Eizelle zu einem Kind zu kommen, schon sehr niedrig", so die Expertin.

Dass die Zahl der unfruchtbaren Männer stark zunimmt, verneint die Ärztin Bulfon Vogl. Allerdings spielen Handys in der Hosentasche oder zu viel Mountainbiken eine Rolle.
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