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MEDIZIN |
09.02.2010 |
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Lieferengpass bei Baby-Schutzimpfung
Derzeit gibt es einen Lieferengpass bei Impfseren für Diphterie, Tetanus und Keuchhusten. Auch bei der Sechsfach-Schutzimpfung für Babys gab es einen Engpass. Grund: Die Produktion des Serums gegen H1N1.
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Deutsche Kinderärzte protestierten scharf. |
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Auch Deutschland empört
Die Landessanitätsdirektion bestätigte am Dienstag den Engpass, weil sich der britische Hersteller voll auf die Produktion des Impfstoffes gegen die Neue Grippe konzentrierte. Andere Produktionen wurden hintangestellt.
Deshalb musste sich der Impfstoff-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) schon im Dezember scharfe Kritik anhören. Der Sprecher der deutschen Kinderärzte sagte, "die haben die Bedürfnisse der Kinder ganz hinten angestellt". Er sah sogar das Leben der Babys gefährdet, meldete der "Spiegel" (Online-Ausgabe) unter Berufung auf die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".
Knapp vor Weihnachten wurde von GSK ein Schreiben an die Kinderärzte versandt, dass der Sechsfach-Impfstoff nicht lieferbar sei. Er beinhaltet die Grundimmunisierung gegen Diphterie, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Keuchhusten, HIB-Infektion (u.a. Meningitis) und Hepatitis B. Diese Impfung wird im Säuglingsalter verabreicht.
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Eineinhalb Monate lang kann nicht geimpft werden. |
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Derzeit geht nichts mehr
In Deutschland und in einigen Bundesländern Österreichs mussten tausende Babys auf diese Pflichtimpfung warten, bis GSK wieder liefern konnte. In Kärnten reichten die Bestände aus. Jetzt allerdings meldet GlaxoSmithKline abermals Probleme. Diesmal geht gleich für eineinhalb Monate nichts mehr, bestätigte Elisabeth Oberleitner von der Landessanitätsdirektion.
Oberleitner: "Die Firma Glaxo hat uns informiert, dass es eine Lieferung nicht jetzt nach Plan, sondern erst Ende März gibt - bei der Auffrischungsimpfung Diphterie, Tetanus und Keuchhusten. Da findet die Grundimmunisierung im Säuglingsalter statt. Im Volksschulalter wird die Auffrischung geplant, aus fachlicher Sicht sind wir flexibel genug, um das mit den Gesundheitsämtern zu planen."
Wieder rechtfertigt die Pharmazie-Firma den Lieferengpass gleich, so Oberleitner. Man produzierte den H1N1-Impfstoff bevorzugt.
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Grundimmunisierung soll noch ausreichen. |
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Kinder bitte warten
Die Auffrischungs-Impftour durch die Volksschulen muss also um etliche Wochen verschoben werden. Für die betroffenen Kinder ist das aber nicht gefährlich, weil die Grundimmunisierung genügend Schutz biete, so Oberleitner.
Dass GlaxoSmithKline mit der Impfung gegen die Neue Grippe sicher sehr gut verdient hat, liegt auf der Hand. Dass deshalb aber unzählige Kinder auf Pflichtimpfungen warten müssen, bleibt zumindest moralisch hinterfragenswert.
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