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MI | 11.04.2012
Wasserglas (Bild: Anton Wieser)
KLAGENFURT
Wassertarif: Staatsanwaltschaft eingeschaltet
Weiter herrscht Empörung wegen des neuen Wassertarifs in Klagenfurt. Mittlerweile wurde eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt. Die Stadtwerke argumentieren, auch der Rechnungshof habe die Erhöhung vorgeschlagen.
Einspruch: STW drohen mit Wasserdrosselung
In Summe macht die finanzielle Mehrbelastung durch die Erhöhung der Wassergebühr mehr als 80 Euro pro Jahr und Haushalt aus.

Wer das beeinsprucht hat, dem wurde mitgeteilt, dass ihm in Zukunft das Wasser gedrosselt werden könnte.
Hoher Verwaltungsaufwand schon vor Jahren bemängelt.
RH-Prüfung ergab einige Kritikpunkte
Dass die Stadtwerke Geld brauchen ist kein Geheimnis - dass sie es jetzt von den Kunden kassieren wollen, ist vielleicht aus ihrer Sicht logisch, nicht aber aus Sicht der Kunden. Eine neue, sichtbare Leistung gibt es jedenfalls nicht für die neue Gebühr.

Die Wasserversorgung durch die Klagenfurter Stadtwerke wurde vor wenigen Jahren vom Rechungshof geprüft - schon damals gab es Kritik an den Finanzen der Stadtwerke. So hieß es etwa, dass Gelder aus der Wasserschutzrücklage verbraucht wurden, allerdings nicht für den Schutz des Grundwassers.

Außerdem wurde kritisiert, dass die Klagenfurter Stadtwerke - vergleichen mit Villach und Innsbruck - den höchsten Verwaltungsaufwand hätten. Laut Rechnungshof sei ein Grund für die angespannte Finanzlage, dass es eine Vielzahl von Verwaltungseinheiten – sinngemäß also einen aufgeblähten Apparat – gebe.
Tarife für Trinkwasser in Klagenfurt sieben Prozent über dem Österreich-Durchschnitt.
Überdurchschnittlich hoher Wasserpreis
In ihrer Stellungnahme haben die Stadtwerke Gegenmaßnahmen versprochen, aber auch argumentiert, dass in Klagenfurt das Wasser teuer hochgepumpt werden müsse.

Doch schon zum Zeitpunkt der Prüfung im Jahr 2006 lag die Landeshauptstadt – laut Rechnungshof – mit seinen Tarifen für das Trinkwasser um sieben Prozent über dem österreichischen Durchschnitt. Der Wasserpreis in Innsbruck lag damals allerdings noch höher.

Der Rechnungshof merkt zudem an, dass die Stadtwerke schon damals den Wassertarif fast verdoppeln wollten, wovon letztendlich aber Abstand genommen wurde.
RH sieht Handlungsbedarf
Dennoch empfiehlt der Rechnungshof den Stadtwerken zu handeln, um weitere Verluste zu vermeiden.

Von einer Wasserbereitstellungsgebühr, die im Jahr 84 Euro für die mehr als 11.000 Klagenfurter Haushalte ausmacht, ist in dem Rechnungshofbericht allerdings keine Rede.
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