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MI | 11.04.2012
Wasserhahn (Bild: DPA/P.Pleul)
KLAGENFURT
Wasserpreis regt Klagenfurter auf
Seit 1. Jänner ist in Klagenfurt das Wasser teurer. Es wurde ein monatlicher Sockelbetrag von zusätzlich sieben Euro eingeführt. Als eine Pensionistin Einspruch erhob, wurde mit Kündigung des Vertrages gedroht.
Sieben Euro mehr pro Monat.
STW: Einsparungsmöglichkeiten ausgeschöpft
Angehoben wurde nicht der Trinkwasserpreis, sondern es wurde ein Sockelbetrag eingeführt - eine Wasser-Bereitstellungsgebühr. Sie beträgt pro Haushalt sieben Euro im Monat. Sieben Euro mehr pro Monat für das Wasser ist nicht wenig, vor allem nicht für eine Pensionistin. Deshalb hat die 70 Jahre alte Klagenfurterin Adelgund Starchel auch Einspruch erhoben, als sie die neue Vorschreibung der Klagenfurter Stadtwerke (STW) zugestellt bekam.

Jetzt hat sie eine Antwort darauf erhalten, in einem Brief der Stadtwerke-Direktoren. Darin heißt es sinngemäß, dass die Stadtwerken alle Einsparungsmöglichkeiten ausgeschöpft hätten, bevor das neue Preismodell beschlossen worden sei.
Es könnte laut STW auch zu Überschwemmungen kommen.
Horrorszenarien im Antwortschreiben
Dass 1.000 Liter bestes Trinkwasser gleich viel kosten würde, wie zwei Flaschen Mineralwasser und dass die Trinkwasserqualität gesichert, die Investitionen finanziert und das Rohrnetz erhalten werden müsse. Sonst gebe es Wasserrohrbrüche, stundenlange Unterbrechungen der Wasserversorgung, Überschwemmungen und Straßensperren.
Man droht der Pensionistin mit Vertragskündigung.
Vetrtrag soll gekündigt werden
Zum Einspruch der Pensionistin schreiben die Stadtwerke: "Sollten wir bis Ende Februar keine Antwort auf beiliegender Karte erhalten, gehen wir davon aus, dass Sie auf Ihrem Einspruch beharren."

Wenn sie die Karte nicht zeitgerecht zurückschickt, heißt es von den Stadtwerken: "In diesem Fall sind wir leider gezwungen, den mit Ihnen bestehenden Wasserversorgungsvertrag aufzukündigen, zumal wir uns auch zur Einhaltung des Gleichbehandlungsgrundsatzes gegenüber allen Kunden verpflichtet fühlen", zitiert Starchel.

Starchel dazu: "Das ist eine Frechheit. Sie drohen mir, den Wasserhahn abzudrehen, weil ich mir erlaube, einen Einspruch zu machen."
Es wird laut STW nicht so heiß gegessen, wie gekocht.
Grundversorgung werde sichergestellt
Also wird der Wasserversorgungsvertrag gekündigt, wenn die Pensionistin nicht einlenkt. Oder es wird ein neuer Vertrag mit den Stadtwerken abgeschlossen, über dessen Details aber nichts mitgeteilt wird.

Dazu die Stadtwerke in ihrem Brief weiter: "Sollte auch diese Möglichkeit nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, würden wir uns als verantwortungsvoll handelndes, kommunales Dienstleistungsunternehmen zunächst bereit erklären, ihre Grundbedürfnisse mit dem Lebensmittel Trinkwasser auch weiterhin sicherzustellen, obwohl dann mit ihnen kein Wasserversorgungsvertrag verstehen würde. Dies wäre jedoch mit Einschränkungen hinsichtlich Menge und Druck verbunden. Weiters würden Instandhaltungskosten auf Ihrem Grundstück nicht mehr von uns übernommen werden."

Als Grundversorgung gelte, so Harald Raffer, Pressereferent der Stadtwerke, das "tägliche Waschen, Kochen, Duschen und dergleichen Grundbedürfnisse." Man sei aber bestrebt, mit jedem Kunden eine Lösung zu finden. Und Raffer fügt an, auch bei den Stadtwerken werde nichts so heiß gegessen, wie gekocht.
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