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MI | 11.04.2012
Bauarbeiten im Koralmtunnel (Bild: ORF)
VERKEHR
Bundes-ÖVP: Koralmtunnelbau verschieben
Die Bundes-ÖVP will den Bau des Koralmtunnels auf der Südstrecke zwischen Graz und Klagenfurt um 40 Jahre verschieben. Als Grund werden die Wirtschaftskrise und die Finanzlage in Kärnten genannt.
"Über gemachte Zusagen nachdenken"
"Nach dem Finanzdebakel in Kärnten und der Wirtschaftskrise sollte man nachdenken, ob Zusagen die zuvor gemacht wurden, noch zeitgemäß sind", wird ÖVP-Verkehrssprecher Ferry Maier im "Kurier" (Samstag-Ausgabe) zitiert.

Eine Stellungnahme von Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) zu den Plänen Kärntens, die Finanzierung des Koralmtunnels, die im Kärntner Zukunftsfonds geparkt wurde, kurzfristig zur Bezahlung des Anteils an der Hypo-Rettung zu nehmen, war auf APA-Anfrage nicht zu erhalten.
Die Hochleistungsstrecke soll nach derzeitigem Stand 5,1 Milliarden Euro kosten. Davon schlägt der 33 Kilometer lange Koralmtunnel mit 2,3 Milliarden zu Buche.
Mittelmeerhäfen weiter entwickeln
Laut Maier werde der Koralm-Tunnel derzeit nicht benötigt, zuvor müssten erst die Häfen am Mittelmeer entwickelt werden, um ausreichend Frachtaufkommen auf der Koralmstrecke zu haben. Ansonsten würde man nur für "Geisterzüge" bauen.

Bereits in der Vergangenheit hatte ein Verkehrsexperte gemeint, der Tunnel würde sich nur dann rechnen, wenn Graz und Klagenfurt täglich evakuiert würden. Ein weiterer Knackpunkt ist, dass es noch immer keine Zusage für den Bau des Semmering-Tunnels gibt, den Experten als Voraussetzung für den Koralm-Tunnel sehen. Die Gesamtkosten für den Koralm-Tunnel werden mit fünf Milliarden Euro beziffert, eine Milliarde soll schon in die Vorarbeiten geflossen sein.
Martinz: Bund muss Zusagen einhalten
Das Land stehe voll hinter dem Projekt, meinte ÖVP-Chef Josef Martinz am Samstag in einer Aussendung: "Das Projekt Koralmtunnel ist wirtschaftspolitisch enorm wichtig für Kärnten. Durch die Mitfinanzierung von 140 Millionen Euro haben wir bewiesen, welch großen Stellenwert der Bau des Tunnels beim Land einnimmt."

Martinz erwartet sich deswegen, dass der Bund die vertraglich gegebenen Zusagen einhält. Kärnten werde sich jedenfalls "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" gegen eine Verschiebung des Baus einsetzen.
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