Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Logo der Hypo Alpe-Adria Bank in Klagenfurt (APA/Eggenberger)
FINANZEN
Nationalbank: Kärnten muss Beitrag leisten
Derzeit arbeitet der Vorstand der Bayerischen Landesbank ein Zukunftskonzept für die Hypo Group Alpe Adria aus. Ganz aus der Pflicht nehmen könne sich Kärnten auch danach nicht, so der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny.
Bislang noch kein Ergebnis.
Routinekontrolle läuft
Nationalbank und Finanzmarktaufsicht prüfen derzeit die Geschäfte der Hypo Group Alpe Adria. Dadurch soll auch vermieden werden, dass sich nach der benötigten Kapitalspritze von 1,5 Milliarden Euro plötzlich neue Finanzlöcher bei der Bank auftun.

Dies sei eine Routinekontrolle, unterstrich Ewald Nowotny, Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, am Donnerstagabend gegenüber dem ORF.

"Die Ergebnisse liegen uns noch nicht vor. Es wurde vom Vorstand selber das sogenannte 'asset screening' begonnen, wo man Bereiche der Bank noch einmal genau durchschaut. All das muss ihm dann ein Ergebnis bringen." Sobald dieses vorliege, werde man es sich ganz genau ansehen.
Land sieht Verantwortung bei BayernLB.
Eigentümer kann sich nicht "absentieren"
Eine mögliche Pleite der Systembank Hypo steht für den Chef der Nationalbank nicht zur Diskussion.

Ohne einen Beitrag der Miteigentümer und damit auch des Landes Kärnten werde eine Rettung der Bank aber nicht über die Bühne gehen können. "Es gibt eine übliche Vorgangsweise. Dazu gehört natürlich, dass sich der Eigentümer nicht absentieren kann", so Nowotny.

Das Land Kärnten sieht hingegen die bayerische Landesbank in der Verantwortung. ÖVP-Chef Josef Martinz ging am Donnerstag deshalb in die Offensive. Er wies dem Bund die Verantwortung für eine Mitfinanzierung der Bank zu. Außerdem wären jetzt zuerst die Bayern am Zug.
Nowotny kritisiert Dörfler-Sager
Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank plädiert für eine vernünftige Lösung und meinte - auch in Hinblick auf künftige Gespräche - dass es nicht so klug sei, "wenn ein Landeshauptmann erklärt, dadurch, dass er sein Konto bei einer anderen Bank hat, ist er an dieser Bank nicht mehr interessiert."

Nowotny plädierte in diesem Zusammenhang für eine gesamtwirtschaftlichere und auf das gesamte Land bezogene Denkweise: "Ich bin zuversichtlich, dass das auch geschehen wird."
Oberster Bankenchef glaubt an Hypo-Rettung
Auch der oberste Bankenvertreter Österreichs, Walter Rothensteiner, ist davon überzeugt, dass die Kärntner Hypo Group Alpe Adria gerettet wird.

"Es gibt durchaus potente Eigentümer bei der Hypo und es gibt das staatliche Bankenpaket", sagte Rothensteiner bei einer Pressekonferenz zur Neunmonatsbilanz.

"Da wird man dazwischen eine Lösung finden". Voraussichtlich wieder in einer "längeren nächtlichen Veranstaltung", meinte Rothensteiner.
LRH: Bei Hypo-Pleite droht Vermögensverlust
Laut aus einem unveröffentlichten Bericht des Landesrechnungshofes, den am Freitag die Tageszeitung "der Standard" zitiert, liegt das Geld aus dem Verkauf der Hypo-Landesanteile ohnehin bei der Hypo. Zitat: "Bei einer Pleite der Hypo könnte dem Land der Verlust von Vermögen drohen".
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