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DI | 14.02.2012
VILLACH
Überwachungskameras seit einem Jahr defekt
Wie sich diese Woche bei einem Mordversuch in der Villacher Innenstadt gezeigt hat, sind die 2006 installierten Überwachungskameras seit einem Jahr defekt. Ein Ersatz für die defekte Anlage scheiterte bisher am Geld, heißt es.
Opfer schwebt noch in Lebensgefahr
Drei Männer, alle kurdischer Abstammung, haben - so die Ermittlungen der Polizei - in der Nacht zum Mittwoch einen serbischen Staatsbürger vor einem Lokal in der Villacher Lederergasse gestellt und attackiert. Zehn Messerstiche in den Bauch und Brustbereich verletzten den Mann lebensgefährlich. Immer noch ringt er im Krankenhaus um sein Leben.

Dass die Polizei auf die Spuren der mutmaßlichen Täter gekommen ist, verdankt sie umfangreichen Ermittlungen in der Familiengeschichte der Täter. Das Opfer soll mit einer Frau, die mit einem der Täter verwandt ist, verheiratet sein. Die mutmaßlichen Täter wollten dem Serben eine Abreibung verpassen, weil er die Frau und die Kinder schlecht behandelt haben soll.
System seit einem Jahr defekt
Das alles wurde von der Polizei in mühevoller Kleinarbeit aufgedeckt. Leichter hätten sich die Beamten vielleicht getan, wenn sie einen Sachbeweis für die Tat gehabt hätten. Wie zum Beispiel eine Videoaufzeichnung.

Doch leider: Die mit viel Trara im April 2006 in Betrieb genommene Überwachungsanlage in der Lederergasse funktioniert schon seit einem Jahr nicht mehr.

Polizeiintern wird das damit begründet, dass das System immer Probleme machte. Außerdem gelte das System als veraltet und funktioniere einfach nicht mehr. Dass keine neue Überwachungsanlage installiert wurde, wird mit Geldmangel begründet.
Stadt übergab Überwachung an Polizei
Villach ist Vorreiter, was Überwachungskameras betrifft. Bereits im Jahr 2003/2004 war so eine Anlage in der Lederergasse installiert worden. In dieser Zeit haben sich die gewalttätigen Übergriffe und Sachbeschädigungen halbiert, sagte der Villacher Vizebürgermeister Richard Pfeiler.

Aus rechtlichen Gründen musste die Anlage damals stillgelegt werden. Die Stadt übergab sie dann der Polizei und somit in die Zuständigkeit des Innenministeriums. Bei der Wiederinbetriebnahme 2006 reiste sogar die damalige Inneministerin Liese Prokop an.
Bisher kein Geld vom Innenministerium
Zuständig für die Anlage ist das Innenministerium. Dieses werde, so heißt es seitens des Landeskriminalamtes, jeden Monat mit einem Brief aus Kärnten daran erinnert, sich doch bitte der kaputten Überwachungskamera anzunehmen.

Übrigens hat auch Klagenfurt seine Überwachungsanlage: Vier Kameras senden ihre Bilder von der Herrengasse, dem Heiligengeistplatz und dem Pfarrplatz in die Stadtleitzentrale der Polizei. Gestochen scharf und ohne Probleme.
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