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WIRTSCHAFT |
19.11.2009 |
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Ohne Hilfe fällt Hypo unter Kernkapitalquote
Mit dem angekündigten Verlust von "deutlich mehr als einer Milliarde Euro" ist das Bilanzloch 2009 so groß, dass die Hypo Group Alpe Adria unter das gesetzlich vorgeschriebene Kernkapital fällt.
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Milliardenunterstützung nötig. |
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Bedrohliche Situation
Die teuren Abschreibungen auf riskante Kredite und Geschäfte auf dem Balkan sind für die Hypo Group Alpe Adria bedrohlich. Ohne eine neuerliche Milliardenspritze wird die Bank im Dezember ein Fall für die Bankenaufsicht.
Ein formelles Ultimatum laufe bereits, hieß es von informierten Personen. Unterbleibt die Kapitalspritze, greift die Aufsicht ein. Mit der behördlichen Aufforderung, bis Anfang Dezember die Kapitalausstattung sicherzustellen, wurde bereits ein erster aufsichtsrechtlicher Schritt nach Paragraf 70 Bankwesengesetz (BwG) gesetzt.
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FMA: Vorstand muss Plan vorlegen
In der Finanzmarktaufsicht (FMA) wird bestätigt, dass bei der Hypo Alpe Adria "Schritte nach Paragraf 70 eingeleitet" wurden. Demnach muss der Vorstand der Bank zunächst einmal mitteilen, wie man gedenke, das Eigenkapitalproblem zu beseitigen. Bis wann? "Der Zeitplan ist in der ad-hoc-Meldung der Bank veröffentlicht worden", heißt es von der von Helmut Ettl und Kurt Pribil geleiteten Aufsichtsbehörde. Die Bank hat mit der Verlustanzeige Aufsichtsrat und danach Hauptversammlung für 10. Dezember terminisiert.
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Hypo ist Systembank. |
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Schlimmster Fall dürfte nicht eintreten
Zu weiteren Schritten - Regierungskommissär, gerichtliche Geschäftsaufsicht, im schlimmsten Fall Konkurs - wird es nach übereinstimmenden Informationen wohl nicht kommen, weil eine Finanzspritze in Aussicht gestellt wurde und die Bank zudem systemrelevant ist.
Auch das Land Kärnten ist voll informiert. Brancheninformationen zufolge braucht die Hypo 1,5 Milliarden Euro Eigenkapitalhilfe. Den größten Teil wird wohl die 67-Prozent-Aktionärin Bayerische Landesbank (BayernLB) stemmen müssen.
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Gespräche über Kapitalzufuhr finden laut Hypo statt. |
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Hypo: "Verluste noch nicht verbucht"
Die Kärntner Hypo Alpe Adria International legte am Donnerstagvormittag wert auf die Angabe, dass sie "derzeit" nicht unter das gesetzliche Mindestkapital falle. Bilanziert werde zum Halbjahr und zum 31. Dezember. Die angekündigten Verluste seien noch nicht verbucht. Vor den Abschreibungen sei man nicht unter das gesetzliche Eigenkapital gefallen, so eine Bank-Sprecherin.
"Wir weisen daraufhin, dass ein Asset Screening stattgefunden hat, welches noch nicht beendet ist. Parallel dazu finden Gespräche der Eigentümer über eine Kapitalzufuhr statt", schrieb die Bank in einer Mitteilung.
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kaernten.ORF.at
In der Sitzung der Landesregierung am Donnerstag wurde einstimmig eine Resolution an den Bund beschlossen. Von Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) wird ein "Hilfspaket 2" für die Kärntner Hypo Group Alpe Adria (HGAA) gefordert.
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Systembanken in Österreich
Die sechs größten Banken in Österreich sind Bank Austria, BAWAG PSK, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank/Raiffeisen International, Volksbank AG und Hypo Group Alpe Adria. Sie gelten als Systembanken.
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Die Bankenaufsicht
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist die unabhängige, weisungsfreie und integrierte Aufsichtsbehörde für den Finanzmarkt Österreich und als Anstalt öffentlichen Rechts eingerichtet. Ihr obliegt die Aufsicht über Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Pensionskassen, Mitarbeitervorsorgekassen, Investmentfonds, Wertpapierdienstleistungsunternehmen, börsennotierte Gesellschaften und Wertpapierbörsen.
Die Aufgaben in der Bankenaufsicht wurden 2008 zwischen FMA und Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) klar aufgeteilt. Die OeNB wird dadurch zum Prüf- und Analyseorgan, während die FMA als zuständige Behörde aufgrund der von der OeNB zur Verfügung gestellten Erkenntnisse tätig wird.
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Entscheidung bis 10. Dezember
Bis zum 10. Dezember muss Einigkeit bestehen, woher die erforderliche 1,5-Milliarden-Euro-Kapitalspritze für die Hypo kommen soll. Mittlerweile mehren sich die Stimmen, die eine Unterstützung des Bundes für die Bank fordern.
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kaernten.ORF.at; 18.11.09
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kaernten.ORF.at Service
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