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MI | 11.04.2012
Sprungturm Millstatt (Bild: Rie-Press)
CHRONIK
30 Minuten unter Wasser: Bub wird gesund
Die Ärzte sprechen von einem Wunder: Jener elfjährige Bub, der nach einem schweren Badeunfall im Millstätter See wochenlang im Koma lag, wachte wieder auf und macht bei der Genesung schnelle Fortschritte.
Sprungturm war gesperrt.
Von Springer im Rücken getroffen
Ende August schwamm der Elfjährige aus Graz im Millstätter See, genau unter dem gesperrten Sprungturm. Ein 14-Jähriger sprang dennoch vom Turm und traf den kleineren Buben voll. Der wurde sofort bewusstlos und ging unter.

Fast 30 Minuten war das Kind unter Wasser, es konnte aus sieben Meter Tiefe gerettet und wiederbelebt werden. Wochenlang lag er im LKH Klagenfurt im Koma. Wie durch ein Wunder wachte er wieder auf. Derzeit trainiert er in einer Rehaklinik wieder Bewegungsabläufe.
Martin Edlinger, Oberarzt (Bild: ORF) Normalerweise geringe Überlebenschance
Nach 30 Minuten unter Wasser sei im Normalfall die Überlebenschance minimal, sagte Oberarzt Martin Edlinger von der Kinderintensivstation am LKH: "Normalerweise ist es nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff nicht mehr möglich, dass man ohne schwere Hirnschäden davonkommt."

Rund um die Uhr - Tag und Nacht - wachte die Mutter des Buben am Krankenbett, immer mit der Hoffnung, dass ihr Kind ein Lebenszeichen von sich gibt. Edlinger: "Keine Minute ist sie von ihm gegangen. Das war uns auch eine wesentliche Hilfe, auch die Interpretation der Äußerungen im Halbkoma."
Bub erholte sich überraschend schnell.
Schnelle Bewusstlosigkeit rettete Elfjährigen
Der Elfjährige wachte tatsächlich wieder auf und nahm sein Umfeld nach vier Wochen Koma wieder wahr. "Er hat dann die ersten Worte gesagt, hat uns erkannt, uns nachgeschaut, hat geweint", sagte Edlinger.

Was selbst die Ärzte überraschte, war der schnelle Genesungsprozess des Buben. Er dürfte wieder vollkommen gesund werden, sagte Edlinger. Die schnelle Bewusstlosigkeit habe ihn gerettet: "Er ist sofort untergegangen, dadurch hat er weniger Sauerstoff verbraucht. Dadurch blieb das Gehirn geschont."
Hier geschah das Unglück
Sprungturm Millstatt (Bild: ORF)
"Medizinische Sensation"
Mittlerweile trainiert der Bub in einer Rehabilitationsklinik bei Graz. "Er hat täglich von uns gefordert, er möchte wieder gehen und gehen üben. Er hat gewusst, je schneller das geht, desto schneller kommt er aus dem Krankenhaus hinaus und in die Reha. Es ist eine Rarität, und alle sind der Meinung, das ist eine medizinische Sensation", so Edlinger.
Sprungturm Millstatt gesperrt (Bild: ORF) Ermittlungen laufen noch
Nach wie vor ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt in dem Fall gegen die Badbetreiber. Denn der Sprungturm war wegen verschiedener Mängel schon seit Mai behördlich gesperrt.
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