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DI | 14.02.2012
Landhaus Klagenfurt, Landtag (Bild: ORF)
POLITIK
Wirbel um Korea-Ausstellung im Landtag
Eine Fotoausstellung zur "Wahrheit über Nordkorea" im Kärntner Landtag sorgt für Diskussionen. Die SPÖ spricht von der Verherrlichung eines totalitären Regimes. Der Landtagspräsident verteidigt die Ausstellung.
Fotograf will "Lügenpropaganda" aufdecken.
Fotograf Wolfgang Bogner aus Oberösterreich
Die Fotoausstellung soll am 21. Oktober in der Galerie des Klagenfurter Landhauses eröffnet werden. Wie in der Einladung des oberösterreichischen Fotografen Wolfgang Bogner zu lesen ist, will er die "imperialistische Lügenpropaganda" über Nordkorea aufdecken. Die Einladung zur Eröffnung wurde vom Landhaus versendet. Verantwortlich für die Landhaus-Galerie ist der Landtagspräsident, Josef Lobnig (BZÖ).
Fröhliche Menschen auf den Bildern zu sehen.
"Nordkorea-keine Ausländer, keine Asylanten"
Auf der Einladung zur Ausstellungseröffnung steht über einem Bild der nordkoreanischen Flagge: "Nordkorea - Fernöstliche Faszination mit starkem Nationalbewusstsein und Heimattreue ... keine Ausländer ... keine Asylanten."

Weiters findet sich im Klappentext: "Wenn man den Nachrichten der vergangenen Jahre über dieses abgeschottete Land glauben (sic!) schenkt, müsste es total im Chaos liegen... müssten mangels Lebensmittel die Menschen Gras essen... müssten mangels Elektrizität die Familien abends nur im Dunklen sitzen...". Dem, so Bogner, auf Anfrage der Austria Presse Agentur (APA), sei aber nicht so, das sei nur Propaganda.

Auf der Auswahl von Bildern auf der Rückseite der Einladung sind fröhliche Menschen in adretter Kleidung zu sehen. Bogner betonte, dass er "im ganzen Land niemanden hungern" habe sehen. Auch abseits der Hauptstadt biete Nordkorea ein völlig anderes Bild als es in den Medien dargestellt werde, "man sieht keinerlei Gesindel in den Straßen, keine Arbeitslosen, keine Bettler oder Betrunkene".
Lobnig: Stelle Räumlichkeiten zur Verfügung
Landtagspräsident Lobnig sagte, er habe die Texte nicht verfasst, er stelle nur die Räumlichkeiten und die Infrastruktur zur Verfügung.

Zum Inhalt der Schau erklärte er: "Bogner versucht zu dokumentieren, dass diese Lügenpropaganda nicht stimmt, dass das Land frei ist, dass die Menschen dort nicht in Armut leben und ihre Kultur leben dürfen."
SPÖ-Rohr: Verherrlichung totalitärer Regime
SPÖ-Landesvorsitzender Reinhart Rohr sagte, "die Aussagen Bogners spiegeln die Geisteshaltung Lobnigs zu 100 Prozent wieder." Es sei einfach schlimm, wenn der Landtagspräsident der Verherrlichung totalitärer Regime die Tore des Landhauses öffne, und auf der anderen Seite etwa hohen Repräsentanten des Europaparlaments den Zutritt verweigere.

Rohr spielte damit auf den Wirbel um die Verleihung des "Europäischen Bürgerpreises" an die Kärntner Konsensgruppe Anfang Juli an, als Lobnig dem Vizepräsident des EU-Parlaments, Miguel Angel Martinez, die Überreichung des Preises im Wappensaal des Landtages verweigerte.
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