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MO | 13.02.2012
Verhandlung vor Gericht (Bild: ORF)
GERICHT
Prozess: Prostitutionshandel zur Fußball-EM
Wegen Prostitutionshandels sind am Dienstag ein Bordellbesitzer und seine Lebensgefährtin in Klagenfurt vor Gericht gestanden. Sie hatten zur Fußball-EM Prostituierte aus dem Ausland angeworben.
Rotlichtszene witterte Jahrhundertgeschäft
Zur Europameisterschaft wurden Hunderttausende Fans erwartet, auch die Klagenfurter Rotlichtszene witterte ein Jahrhundertgeschäft und wollte gerüstet sein. Gerüchteweise wollten auch unzählige ausländische Prostituierte ihre Dienste in "Verrichtungsboxen" rund um das Stadion anbieten.

Ein 35 Jahre alter Bordellbetreiber beauftragte seine Lebensgefährtin, in ihrer Heimat Slowakei über Inserate nach jungen Mädchen zu suchen. Zehn junge Frauen waren interessiert, fünf kamen tatsächlich. Von einem Mittelsmann wurden sie nach Wien gebracht, dort nahm sie die Angeklagte in Empfang.
Bei "Bewerbungsgespräch" ausgeraubt
Allerdings endete das Erstgespräch für die Angeklagte, die selbst als Prostituierte tätig war, anders als geplant: Die fünf slowakischen Mädchen überfielen die Anwerberin kurzerhand, raubten ihr die Handtasche und suchten das Weite.

Die Frau erstattete darauf Anzeige bei der Polizei. Doch der Schuss ging nach hinten los, die Beamten wurden hellhörig - sie nahmen die Ermittlungen wegen grenzüberschreitenden Prostitutionshandels auf.
16 und acht Monate Haft
Die 27-jährige Slowakin wurde am Dienstag zu 16 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Vor Gericht stand auch ihr Lebensgefährte. Der ehemalige Bordellbesitzer war im März dieses Jahres schon wegen desselben Delikts zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt worden.

Beim Prozess am Dienstag kamen weitere acht Monate hinzu, ebenfalls auf Bewährung. Weil diese Verurteilung allerdings nur als Zusatzstrafe gewertet wird, muss der Mann nicht ins Gefängnis.
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