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MI | 11.04.2012
Sprungturm Millstatt (Bild: Rie-Press)
CHRONIK
Badeunfall: Bub ignorierte gesperrten Bereich
Tragischer Badeunfall am Millstätter See: Ein 13-Jähriger sprang trotz Verbots vom 14 Meter hohen Sprungturm auf einen Buben - dieser ging bewusstlos unter und konnte erst nach 25 Minuten geborgen und reanimiert werden.
Das Opfer des Badeunfalls liegt im künstlichen Tiefschlaf.
Opfer verlor das Bewusstsein und ging unter
Der Unfall hatte sich nach Angaben der Polizei gegen 16.50 Uhr ereignet. Ein 13-jähriger Schüler aus Spittal/Drau war vom Sprungturm aus 14 Metern Höhe in den Millstätter See gesprungen, als er plötzlich einen anderen Buben aus dem Wasser auftauchen sah.

Für eine Reaktion war es zu spät. Der 13-Jährige hatte zwar noch versucht, den anderen Buben - einen elfjährigen Grazer - durch Zurufe zu warnen, sprang ihm jedoch mit voller Wucht auf den Rücken. Der Elfjährige verlor das Bewusstsein und ging sofort unter.
Sprungturm Millstatt (Bild: Rie-Press)
Das Betreten der obersten Plattform des Sprungturms ist für Badegäste verboten und durch eine Absperrung gesichert.
Jener Bub, der den Unfall verursachte, ignorierte alle Verbote.
Der Springer war über Absperrung geklettert
Wie am Samstag bekanntwurde, hatte der 13 Jahre alte Bub das Verbotsschild ignoriert und eine Absperrung überklettert. Das bestätigten sowohl die Ermittler als auch Manfred Kogler, der Geschäftsführer des Strandbades gegenüber dem ORF.

"So weit mir das bekannt ist, ist der Junge vom 14-Meter-Bereich gesprungen, wo generelles Sprungverbot herrscht. Der Bereich ist mit einem Geländer abgesperrt. Der Bub muss über das Geländer gestiegen sein, um auf die Plattform zu gelangen. Es ist erschütternd, dass zum Ende der Badesaison so ein schwerer Unfall passiert ist."

Auch ein Bademeister sei beauftragt, den Schwimmbetrieb und den Sprungturm zu überwachen, sagte Kogler abschließend.
Erst nach 25 Minuten konnten Taucher den Buben bergen.
Das Opfer war 25 Minuten unter Wasser
Etwa 25 Minuten nach dem tragischen Ereignis konnten Taucher der Wasserrettung Döbriach und Ferndorf den verunglückten Buben aus etwa sieben Metern Tiefe bergen.

Er konnte an Ort und Stelle vom Notarzt reanimiert werden und wurde dann vom Rettungshubschrauber RK1 in das Landeskrankenhaus Klagenfurt gebracht. Der Bub liegt im künstlichen Tiefschlaf auf der Intensivstation im LKH Klagenfurt.
Rettungshubschrauber (Bild: Rie-Press)
Der Bub wurde reanimiert und mit dem Hubschrauber ins LKH Klagenfurt geflogen. Dort wurde er in künstlichen Tiefschlaf versetzt.
Die Polizei überprüft jetzt die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Sprungturm.
13-Jähriger erlitt schweren Schock
Jener Schüler aus Spittal/Drau , der von der 14-Meter-Plattform sprang, steht nach wie vor unter schwerem Schock. Er erlitt Prellungen und eine Sehnenverletzung und wurde von der Rettung ins Krankenhaus nach Spittal/Drau gebracht.

Die Polizei befragte am Samstagvormittag den Unglücksspringer und begann mit umfassenden Ermittlungen. Der Unfallhergang soll "restlos aufgeklärt" werden, so ein Sprecher der Polizei. Überprüft wird auch, welche Auflagen es für den 14 Meter hohen Sprungturm gibt und ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden.
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