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MI | 11.04.2012
Josef Winkler (Bild: ORF)
Kultur
Winkler übte bei Premiere lautstarke Kritik
Der Kärntner Autor Josef Winkler hat am Samstagabend bei der Premiere seines Films "Der Kinoleinwandgeher" abermals Kritik an den politischen Verhältnissen in Kärnten geübt. Kritik ernteten aber auch bundesweite Politthemen.
Das Filmporträt "Der Kinoleinwandgeher" von Regisseur Michael Pfeifenberger wurde kräftig bejubelt.
Neuerlich fehlende Stadtbücherei kritisiert.
Winkler: "Verantwortliche sollen abhauen"
Winkler geriet bei seiner Rede, wie bei seiner Eröffnungsrede zum Ingeborg-Bachmann-Preis, in Rage: "Man darf nicht vergessen, dass die Stadt Klagenfurt seit vier Jahrzehnten kein Geld für Bücher hat", erinnerte er an das Fehlen einer Stadtbibliothek. Das sei einzigartig in Europa, zumindest der Bund könnte diesen Missstand beheben.

Winklers Appell: Sollten die kritisierten Zustände in Kärnten andauern, sollten die Unzufriedenen auf die Straße gehen: "Wir wollen diesen Terror nicht mehr." Und passt es den Verantwortlichen nicht, "dann sollen sie abhauen. Dann sollen sie sich einen Hubschrauber buchen", so Winkler. "Es kommt bestimmt Besseres nach."
"Und ich Idiot kann das Land dann verteidigen".
Provinz endet nicht in Kärnten
Dass die Provinz nicht in Kärnten endet, untermauerte der Autor mit zwei weiteren Beispielen aus dem Tagesgeschehen. Etwa dem, was "vor zehn Tagen im Land des Erwin P." geschehen sei, wo ein Polizist einen jugendlichen Supermarkt-Einbrecher in den Rücken geschossen haben soll.

Und auch, dass Politiker anderer Fraktionen den Freiheitlichen Dritten Nationalratspräsidenten Graf - für Winkler ein "unglaublicher Kerl" - nichts entgegenzusetzen hätten, ist für den Autor, der auch außerhalb Österreichs darauf angesprochen wird, unverständlich - "und ich Idiot kann das Land dann verteidigen".
"Möchte keinen Tanz ums goldene Kalb"
Weniger war Winkler zum Film selbst zu entlocken gewesen: "Ich habe gesagt, ich möchte keinen Tanz ums goldene Kalb", meinte der Autor in aller Bescheidenheit. Ein zuerst wesentlich kürzer geplantes Projekt sei zu einem abendfüllenden Film ausgewachsen.

Auch Regisseur Pfeifenberger hatte nur wenig zu seinem Werk hinzuzufügen. Eine zuerst geplante Verfilmung der Novelle "Natura morta" habe sich als "sehr schwierig" erwiesen. "Aber da ich so ein Fan bin, dachte ich mir, wir müssen ein Porträt über ihn machen." Und: "Kärnten dürfte ein guter Sumpf für Literaten sein."
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