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MI | 11.04.2012
Kinoleinwand Burghofkino (Bild: www.focusfilm.at)
KULTUR
Premiere für Kinofilm über Josef Winkler
Am Samstagabend hat im Open-Air-Kino im Klagenfurter Burghof ein Film zum literarischen Werk Josef Winklers Premiere. "Der Kinoleinwandgeher" ist ein Streifzug durch Winklers Literatur.
International beachtete Rede.
Kritik an Kärntner Politik
Im Vorjahr erhielt der Schriftsteller Josef Winkler den Österreichischen Staatspreis und den Georg-Büchner-Preis, die höchste Auszeichnungen für einen Literaten. Im Juni übte Winkler in seiner Eröffnungsrede des Bachmannpreises international beachtete Kritik an politischen Missständen in Kärnten.
Zu Beginn des Films steht ein Text von Josef Winkler für das, was in den nächsten eineinhalb Stunden kommt: "Ich arbeite an einer Sprachmaschine, die den Tod in alle Einzelteile meiner Knochen zerlegen wird."
"Tanz auf dem Vulkan", Mexiko (Bild: www.focusfilm.at)
Sohn Kasimir stellt den jungen Vater dar.
Reise des Autors durch menschliche Abgründe
Es ist ein Streifzug durch die Literatur von Josef Winkler, ausgehend von der Jugend in Kärnten, von dem Verlangen, ins Kino zu gehen. In Spielszenen stellt Winklers Sohn Kasimir den jungen Josef dar. Weiter geht die Entwicklungsreise des Schriftstellers durch alle Abgründe menschlicher Existenz bis hin zum Tod.
Auch Laune beim Drehen spielte mit.
"Collage aus Erinnerungsbildern"
Regie führte der Salzburger Michael Pfeifenberger: "Konzipiert war es als Collage, als Gemälde Josef Winkler, aus Erinnerungsbildern, aus visualisierten Literaturtexten und der Spontaneität, der Laune beim Drehen."
Michael Pfeifenberger, Josef Winkler (Bild: www.focusfilm.at)
Winklers Literatur gilt als schwierig.
"Nicht alles kann Wohlfühlfernsehen sein"
Gedreht wurde wochenlang in Kärnten, Mexiko und Indien. Winklers Literatur gilt als schwierig. Die eindringliche Komplexität der Sprache gepaart mit den Themen Tod, Gewalt, Unterdrückung und Elend ist nicht dazu angetan, dass der Film ein Kinobestseller wird.

Es geht um Kunst, sagte der Produzent und Kameramann Gerhard Lapan aus Klagenfurt: "Man macht einen kulturellen Beitrag für die Gesellschaft. Das ist eine Aufgabenstellung, die ein Produzent auch inne hat. Es kann nicht alles nur Wohlfühlfernsehen sein."
Winkler in Kirche (Bild: www.focusfilm.at)
Fasziniert vom Tod.
"Helmkamera läuft quasi mit"
Die Kamera hat Josef Winkler rund um die Welt begleitet, von der katholischen Enge des Drautals über die Friedhöfe in Mexiko bis zu den Verbrennungsstätten der Hindus im Indischen Varansai. Orte, die Winkler mit Akribie beschreibt, werden filmisch sichtbar.

Josef Winkler: "Es läuft sozusagen wie bei einem Skispringer oder einem Autorennfahrer am Helm in Indien oder Mexiko, bei den Motiven, die mich zum Schreiben interessieren, eine Kamera mit. Ich bin auch zwischen, über und unter diesen Bildern. So ist diese ganze Geschichte entstanden."

"Der Kinoleinwandgeher" ist eine gute Gelegenheit sich mit dem literarischen Werk von Josef Winkler vertraut zu machen.
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