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MI | 11.04.2012
Meteorit (Bild: EPA)
CHRONIK
Meteorit löste nächtliches Grollen aus
Am Donnerstag gegen 3.00 Uhr wurde an verschiedenen Orten in ganz Kärnten ein lautes Grollen registriert. Es war kein Erdbeben, sondern es kam von einem Meteoriten.
Manche wurden aus dem Schlaf gerissen.
Grollen war in ganz Kärnten wahrnehmbar
Bereits in aller Früh erreichten den ORF Kärnten zahlreiche Meldungen von Hörern über ein dumpfes Grollen, das in verschiedenen Regionen Kärntens zu hören gewesen sein soll. Kurzzeitig herrschte Rätselraten über die mögliche Ursache dieses merkwürdigen Phänomens.
Bedenken wegen eines Erdbebens.
Nachbeben in Italien hierzulande nicht spürbar
Im Zuge der Recherchen stellte sich heraus, dass - laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) - kein Erdbeben Kärnten erschüttert hatte.

Edmund Fiegweil, Seismologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, schloss zudem aus, dass das von Italien ausgehende Nachbeben in Kärnten zu spüren gewesen sei: "Auf sämtlichen Geräten, die uns zur Verfügung stehen, wurde nichts dergleichen in Kärnten aufgezeichnet."
Gewitter wurde ausgeschlossen.
Weder Gewitter, noch Blitze registriert
Ein Gewitter kann das Grollen auch nicht ausgelöst haben, weil die Nacht überwiegend klar war, erklärte Paul Rainer von der Wetterwarte Klagenfurt: "Ein Gewitter kann man von unserer Seite her ausschließen. Es zog in der Nacht nur eine leichte Bewölkung über Kärnten. Es gab keine Quell- oder Gewitterwolken. Auch das Blitzortungssystem hat keine Blitze aufgezeichnet."
Manche dachten an Kampfflugzeuge.
Auch kein Überschallknall oder Eurofighter
Denkbar wäre noch ein Überschallknall gewesen, der durch ein Flugzeug ausgelöst wurde. Doch die Flugsicherheitsbehörde Austro Control hat keine außerplanmäßigen Überflüge registriert.

Auch das österreichische Bundesheer hatte keine Erklärung für das merkwürdige Phänomen, bestätigte Pressesprecher Helmut Sadnikar: "Man kann definitiv ausschließen, dass Eurofighter zu diesem Zeitpunkt in der Luft waren."
Lichterscheinung wurde beobachtet.
Lichterscheinung am Nachthimmel
Auf die vermutlich richtige Spur brachten uns dann Beobachtungen von "Radio Kärnten"-Hörern, die zusätzlich zu dem Geräusch auch eine Lichterscheinung am Nachthimmel wahrgenommen haben.

Ludwig Eberhard aus Oberfellach bei Hermagor war kurz vor drei Uhr wach: "Ich habe eine recht imposante Leuchtspur gesehen. Sie war etwa so groß, wie der Vollmond. "

Auch Franz Seidl aus Friesach, der zu diesem Zeitpunkt gerade aus seinem Fahrzeug aussteigen wollte, machte eine ähnliche Entdeckung am Himmel. Er glaubte jedoch zunächst, es handle sich um ein riesiges Feuerwerk."

Karl Prantl aus Faak am See wurde gegen drei Uhr munter: "Als ich das Fenster aufgemacht habe, habe ich ganz kurz einen weißen Blitz gesehen. Es war dadurch alles hell erleuchtet, auch die Berge. Auf einmal gab es einen lauten Kracher."
"Meteoriten können gewaltig aufleuchten."
Meteorit verdampfte explosionsartig
Diese Hinweise konnte schließlich der Astronom Werner Pötzi vom Sonnenobservatorium Kanzelhöhe auf ein natürliches Phänomen zurückführen: Einen Meteoriten.

"Wenn sie sehr tief herunter kommen, leuchten sie gewaltig auf, weil sie mehr oder weniger in der Erdatmosphäre verdampfen. Das ist wie eine kleine Explosion. Wenn sie sehr tief herunten sind, kann man sie auch hören – wie ein leichtes Pfeifen, Grollen oder Knallen. Das ist nicht ungewöhnlich, sondern passiert täglich mehrmals auf der Erde", so der Experte.

Um einen solchen Effekt auszulösen, muss ein Meteorit nur einige Zentimeter groß sein, sagte Pötzi. Täglich erreichen Tausende solcher Meteoriten die Erde.
Ähnliches Phänomen bereits vor zehn Tagen
Ein ähnliches Grollen gab es übrigens vor zehn Tagen. Damals war jedoch eindeutig ein Erdbeben bei Pörtschach am Wörthersee die Ursache.
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