Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Rind mit Blauzungenkrankheit (Bild: www.landwirtschaftskammer.de)
landwirtschaft
Widerstand gegen Pflichtimpfung
In Kärnten weigern sich einige Biobauern, ihre Wiederkäuer gegen die Blauzungen-Krankheit impfen zu lassen. Der Veterinärdirektor will diese Tiere monatlich überprüfen und damit Daten bekommen, wie weit die Krankheit vorgedrungen ist.
Gesundheitsministerum ordnete Pflichtimpfung an.
Bund zahlt die Impfung
Für Diskussionen unter Kärntens Bauern sorgt die Blauzungen-Krankheit und die Pflichtimpfung für Wiederkäuer. Die Zunge der kranken Tiere färbt sich blau, sie verenden. In Oberösterreich und Vorarlberg gibt es erste Fälle. Um ein weiteres Ausbreiten der Seuche zu verhindern, ordnete das Gesundheitsministerium eine Pflichtimpfung der Tiere an, die der Bund bezahlt.
Versuch mit freiwilliger Impfung scheiterte.
Freiwilligkeit zeigte keinen Erfolg
In Kärnten wurden in den vergangenen Wochen 80 Prozent der Wiederkäuer geimpft, sagte Landes-Veterinärdirektor Wolf-Dieter Vogl: "Das erste Jahr der Impfungen in Europa hat gezeigt, dass ein freiwilliges Impfprogramm, wie es teilweise in Deutschland oder Frankreich erfolgt ist, kein Erfolg ist. Die Betriebe machen zu wenig mit. In Frankreich hat man nur eine Durchimpfungsrate von 65 Prozent gehabt und es gab weiterhin 20.000 Fälle. Frankreich hat deshalb heuer auch die Impfpflicht eingeführt."
Blauzungenkrankheit - Bluetongue
Die Übertragung der Blauzungenkrankheit erfolgt durch blutsaugende Mücken, es gibt keine Übetragung durch infizierte Tiere auf andere Tiere. Die Inkubationszeit beträgt drei bis sieben Tage, die Tiere bekommen Fieber, Lippenödeme, Klauenentzündung. Die Sterblichkeitsrate ist hoch. Erstmals wurde das Virus in Südafrika im Jahr 1934 festgestellt, durch den Export von Merinoschafen verbreitete es sich auch in Europa. Heute kommt die Krankheit weltweit vor.
Überwachungsprogramm als Angebot an Biobauern.
Impfverweigerer liefern wertvolle Daten
Doch einige Bauern lehnen die Impfung ab, bezweifeln ihren Sinn, führen den Tierschutz in das Treffen. Diese Landwirte müssen mit Verwaltungsstrafen von bis zu 4.300 Euro rechnen. In Kärnten gebe es eine Handvoll Impf-Verweigerer, sagte Vogl.

Für diese Bauern und ihre Höfe soll es aber keine Strafen, sondern ein Angebot geben.

Vogl: "Diese biologischen Betriebe, die nicht impfen wollen und generell gegen Impfungen sind, wollen wir versuchen, in ein Überwachungsprogramm einzubinden. Wir brauchen solche Betriebe ja in Kärnten, die einen Teil der Tiere nicht impfen. Sie werden monatlich beprobt und man sieht dann aufgrund der Blut- oder Milchbefunde, ob die Tiere mit dem Virus Kontakt haben, oder nicht. Daran sehen wir, wie weit die Krankheit bei uns vorgedrungen ist.
Für Menschen ungefährlich
Laut Vogl ist die Blauzungenkrankheit für den Menschen ungefährlich, das gelte auch für das Fleisch von infizierten Tieren. Auch Produkte von geimpften Rindern und Schafen seien unbedenklich, sagte der Veterinärdirektor.
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