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DI | 14.02.2012
Die gestohlenen Ziffern (Bild: APA/Gert Eggenberger)
velden
Sargraub: Ermittlungen in alle Richtungen
Die Ermittlungen nach dem Raub von Friedrich Flicks Sarg samt Leichnam laufen. Die Polizei geht von mehreren Tätern aus, da die Grabplatte 300 Kilogramm wiegt. Die Witwe zeigt sich fassungslos. Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine Erpressung.
Die Polizei vermutet, dass die Täter den schweren Sarg mit einem Lkw abtransportierten.
Mindestens vier Täter
Fest steht, dass es auf jeden Fall mehrere Täter geben muss, bestätigt der Leiter der Kärntner Kriminalabteilung, Hermann Klammer: "Zur Ausführung sind laut Experten mindestens vier bis fünf Personen notwendig gewesen."

Dennoch sind viele Fragen offen: Wie haben es die unbekannten Täter geschafft, die Granitplatten, die mehrere hundert Kilogramm schwer sind, anzuheben. Haben sie einen Lkw benützt, um den Sarg abzutransportieren? Nun werden Zeugen gesucht, die etwas Verdächtiges beobachtet haben.
Hermann Klammer (Bild: ORF) Klammer: "Profis am Werk"
Klammer spricht von profihafter Arbeitsweise der Täter. Nach dem Grabraub wurde die Gruft sofort wieder verschlossen - so dass der Vorfall nicht gleich entdeckt wurde.

Er glaubt, dass es Insiderwissen gegeben haben muss. Derzeit würden deswegen Personen überprüft, die Kenntnisse über den Aufbau der Gruft haben.

Offen bleibt auch noch, ob es eine Belohnung für sachdienliche Hinweise geben wird. Klammer: "Wir warten die Ermittlungen ab, erst wenn wir am Ende stehen, werden wir mit der Familie über eventuelle Belohnungen reden."
Angestellte bemerkte Beschädigungen
Flick-Mausoleum (Bild: ORF)Der Raub dürfte sich vergangenes Wochenende ereignet haben. Eine Angestellte der Familie, die sich um das Mausoleum kümmert, bemerkte am Mittwochvormittag Kratz- und Schleifspuren an der Grabstätte und rief die Polizei. Das Mausoleum wurde geöffnet und der Sargraub entdeckt.
Derzeit gibt es keine Meldung der Täter, es liege auch keine Lösegeldforderung vor.
Türk: Keine Hinweise auf Erpressung
Gottlieb Türk vom Landespolizeikommando: "Bei uns ist eine Anzeige eingelangt, dass das Grabmal eine leichte Beschädigung aufweist. Dem sind wir nachgegangen und haben festgestellt, dass offensichtlich der Sarg samt dem Leichnam gestohlen wurde."

Laut Türk gibt es keine Hinweise in Richtung Erpressung. Man könne sie aber auch nicht außer acht lassen.
Flick und seine Kärntner Gattin Ingrid
Ehepaar Flick (Bild: ORF)
Jörg-Andreas Lohr (Bild: ORF) Ingrid Flick reist nach Kärnten
Die Grabschändung sorgt europaweit für Aufsehen. Flick war zu Lebzeiten einer der bestbewachten Männer. Flicks Witwe Ingrid erfuhr von der Grabschändung auf ihrem Anwesen in Kalifornien, sagte Jörg-Andreas Lohr, ein Sprecher der Familie. Ingrid Flick soll noch am Donnerstag aus Kalifornien nach Kärnten zurückkehren.

Lohr: "Frau Flick war, nachdem sie erfahren hatte, dass der Sarg mit dem Leichnam gestohlen wurde, natürlich absolut aufgelöst. Sie ist geschockt und fassungslos. Sie hat keine Worte zu diesem Verbrechen gehabt."
Veldener vermuten Geldgier als Motiv
In Velden zeigen sich die meisten Menschen geschockt, als Motiv vermuten die meisten Geldgier bzw. Erpressung. Bisher gebe es jedoch keinerlei Anzeichen in diese Richtung, sagte Lohr: "Wir tappen absolut im Dunkeln. Wir haben keinen Hinweis auf eine Erpressung, es hat sich niemand bei uns gemeldet."
Der Milliardär aus Deutschland nahm eine Rezeptionistin aus Kärnten zur Frau.
Märchenhochzeit mit Kärntnerin
Der deutsche Milliardär heiratete 1990 die Kärntnerin Ingrid Ragger. Die beiden ließen sich in einer Villa am Wörthersee-Südufer nieder. Hier starb Flick am 5. Oktober 2006. Flick war in den 70er Jahren Herr über einen Konzern mit 40.000 Mitarbeitern. Mit seinem Namen war allerdings auch der wohl größte Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte verbunden. Kurz darauf zog sich Flick aus dem Geschäftsleben zurück und ließ sich, nicht zuletzt wegen seiner Frau, mit den beiden gemeinsamen Kindern in Kärnten nieder.

Im Jahr 1991 wurde Ingrid Flicks Bruder entführt und zehn Millionen Mark Lösegeld verlangt (fünf Mio. Euro). Die Entführung endete glücklich, die Täter wurden verhaftet und verurteilt.
Das Anwesen am Wörthersee
Flick Anwesen (Bild: ORF)
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