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Wirtschaft |
16.11.2008 |
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Unternehmensidee: Pferdemist zum Heizen
Einfallsreichtum beweist ein Lesachtaler Kleinunternehmen: In Zeiten steigender Energiepreise hat die Firma RTS eine spezielle Trocknungsanlage entwickelt, die aus Pferdemist einen hochwertigen Brennstoff macht.
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Zwei Innovationspreise für RTS
Die fünf Mitarbeiter von RTS haben ein halbes Jahr in die Entwicklung einer speziellen Pferdemisttrocknung investiert. Mit Erfolg: Seit Juni wird die Trocknung im Reitsportzentrum Maria Wörth genutzt.
Die Firma RTS Trocknungstechnik wurde für ihre Entwicklung bereits mit zwei Innovationspreisen ausgezeichnet.
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Mist statt Hackschnitzel
Die Lesachtaler Firma RTS beschäftigt sich seit Jahren mit dem Trocknen von Biomasse: Heu, Grassamen oder Hackschnitzel werden zur Energiegewinnung genutzt.
Geschäftsführer Philipp Unterguggenberger: "Wir haben uns gedacht, wenn wir Heu und Hackschnitzeln trocknen, dann muss das ja auch mit Pferdemist gehen, zumal dieser Mist ja auch aus Holz, also aus Hobelspänen besteht."
Und das lässt sich bei entsprechender Trocknung gut als Brennstoff nützen.
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Alles, von den Stallungen, der Sattelkammer und dem Personalraum bis hin zum Reiterladen, wird mit Mist beheizt. |
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Heizung, Warmwasser und Entsorgung
Die Anlage saugt den Mist vollautomatisch aus den Pferdeboxen an, zerkleinert alles und trocknet das Ganze 20 Stunden lang. Danach wird der getrocknete Pferdemist in einen Holzspänekessel eingeblasen und verbrannt. Die so gewonnene Energie nützen die Betreiber des Reitsportzentrums für die Warmwasserbereitung und für das Beheizen der gesamten Anlage - von den Stallungen, der Sattelkammer und dem Personalraum bis hin zum Reiterladen.
Zusätzlicher Vorteil: Der für die Boxen ohnehin notwendige Sägespäne-Einstreu wird gleich doppelt genutzt und die Betreiber sparen sich die Kosten für die Entsorgung des Pferdemists. Diese lägen sonst bei mehreren tausend Euro pro Jahr.
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Aus dem Mist von einem einzigen Pferd kann so viel Wärmeenergie gewonnen werden, dass damit der Bedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses pro Jahr gedeckt wird. |
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Interesse aus ganz Österreich
Die Pferdemisttrocknung ist speziell für größere Reiterhöfe gedacht, sagte der zweite Geschäftsführer der Firma RTS, Josef Rauter: "Ab 25 Pferden aufwärts kann sich so eine Anlage rentieren, wenn auch mehrere Gebäude beheizt werden müssen. Der Preis hängt dann sehr stark vom Automatisierungsgrad der Anlage ab."
Die Pferdemisttrocknung kostet zwischen 20.000 und 60.000 Euro. Für diese Lesachtaler Erfindung interessieren sich mittlerweile Reiterhöfe aus ganz Österreich und auch aus dem Ausland. Schließlich kann man aus dem Mist von einem einzigen Pferd pro Jahr so viel Wärmeenergie gewinnen, dass damit der Bedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses abgedeckt wird.
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