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DI | 14.02.2012
Kärntner Landtag; Sitzungssaal (Bild: ORF)
politik
Reaktionen zur LH-Wahl
Die Wahl von Gerhard Dörfler zum Nachfolger von Jörg Haider als Kärntner Landeshauptmann sorgt für einige Reaktionen. Die SPÖ zeigt Häme über die Stimme eines BZÖ-Mandatars, der den SPÖ-Kandidaten gewählt haben soll.
SPÖ spricht von "Wackelkoalition"
Nach der "Wackelbrücke" (auf der A10, Anm.) sorgt seit Donnerstag eine "Wackelkoalition" für Kopfzerbrechen beim blamierten Gerhard Dörfler, ätzte SPÖ-Landesgeschäftsführer Gerald Passegger in einer Aussendung. Es scheint festzustehen, dass nicht alle BZÖ-Abgeordneten Dörfler zum Landeshauptmann gewählt hatten. Einer dürfte ausgeschert sein.

Jetzt sei auch klar, warum das BZÖ ursprünglich getrennte und damit nachvollziehbare Stimmzettel verwenden wollte. Offensichtlich gebe es sogar in der Landtagsfraktion zumindest eine "faule Orange", so Passegger.
Kurt Scheuch garantiert für das BZÖ
BZÖ-Klubobmann Kurt Scheuch reagierte auf die Aussagen Passeggers in einer Aussendung: "Ich garantiere, dass die Fraktion des BZÖ geschlossen hinter dem neuen Landeshauptmann Gerhard Dörfler steht. Für mich ist klar, dass von den 19 für Gerhard Dörfler abgegebenen Stimmen 15 von den BZÖ-Mandataren kommen." Er sagte, es sei ein durchschaubarer Versuch der SPÖ, einen Spaltpilz in das BZÖ zu tragen.
Grüne: "Kettensägen-Rambo-Manier ändern"
Rolf Holub, Landessprecher der Grünen, forderte am Donnerstag in einer Aussendung die Rückkehr zur Sachpolitik unter Einbeziehung von Experten. "Das BZÖ schürt im offenbar traumatisierten Zustand ausschließlich den Haider-Mythos und verliert dabei zusehends den Realitätsbezug. Das Land Kärnten darf sich jetzt – angesichts der Finanzkrise und der finanziellen Situation des Landes - jedoch nicht Realitätsverweigerern unterwerfe", so Holub.

Besonders Gerhard Dörfler sei gefordert, seine bisherige Art, seine Interessen in Kettensägen- und Rambo-Manier durchzusetzen, stark zu ändern. Die ÖVP scheine sich laut Holub in einer Art Schockzustand zu befinden und unterwerfe sich dem BZÖ. Die ÖVP mutiere immer mehr zum BZÖ-Anhängsel befürchtet Holub "nichts Gutes für das Land".
ÖVP: Haben Stillstand verhindert
ÖVP-Landesparteisekretär Achill Rumpold verteidigte am Donnerstag die Wahl Gerhard Dörflers zum Landeshauptmann durch die Kärntner ÖVP-Mandatare. Die ÖVP sei der verlässliche Partner in schwierigen Zeiten. Daher sei es auch wichtig, dass es im Land jetzt keinen Stillstand gibt, so Rumpold.

Im Vorfeld habe man mit Gerhard Dörfler "intensive und sachliche Verhandlungen" geführt. Wichtige und für Kärnten notwendige Projekte werden fortgesetzt bzw. verwirklicht. Man ermöglichte durch die Wahl ein rasches Arbeiten für Kärnten und verhinderte ein Lahmlegen des Landes für Monate.
FPÖ: "Wahl Frage des Anstands"
FPÖ-Landesparteiobmann Franz Schwager sieht seine Entscheidung, die Wahl von Gerhard Dörfler als Landeshauptmann von Kärnten zu unterstützen, als Frage des Anstands. Zunächst sei dafür auch ausschlaggebend gewesen, dass der Gegenkandidat, der Kärntner SPÖ-Chef Rohr, schon bei seiner Wahl angekündigt habe, sich nicht vorstellen zu können, mit der FPÖ in Kärnten zusammen zu arbeiten.

"Bis zur Kärntner Landtagswahl ist ein politischer Wechsel in Kärnten ohnedies kontraproduktiv", so Schwager. Das Land brauche jetzt Kontinuität und es dürfe kein Stillstand einsetzen, so Schwager.
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