Kärnten ORF.at
MI | 11.04.2012
Gerhard Dörfler (Bild: APA/Eggenberger)
politik
Gerhard Dörfler ist neuer Landeshauptmann
Erwartungsgemäß ist Gerhard Dörfler (BZÖ) am Donnerstag vom Kärntner Landtag mit 19 Stimmen zum neuen Landeshauptmann gewählt worden. Allerdings scherte ein BZÖ-Mandatar aus und wählte SPÖ-Kandiat Reinhard Rohr.
Ein BZÖ-Mandatar scherte aus und wählte den SPÖ-Kandidaten, nun wird gerätselt, wer es war.
Ein BZÖ-Mandatar stimmte für SPÖ-Mann Rohr
Insgesamt wurden 36 gültige Stimmen abgegeben, davon erhielt Dörfler 19 und Rohr 17. Die SPÖ-Fraktion zählt insgesamt 14 Stimmen. Dörfler erhielt die Stimmen von BZÖ, ÖVP und FPÖ.

Dass sich ein BZÖ-Mandatar dem eigenen Kandidaten verweigert hat, scheint festzustehen. Die vier ÖVP-Abgeordneten hatten ihre Stimmzettel mit einer Paraphe versehen, um im Fall des Falles nicht als "Verräter" dazustehen.

FPÖ-Obmann Franz Schwager wählte überhaupt offen. "Ich bin gar nicht in die Wahlzelle hineingegangen, damit jeder sehen kann, dass ich wie angekündigt Dörfler gewählt habe", sagte er gegenüber der APA. Seitens des BZÖ wurden Spekulationen, wer denn nun Dörfler die Gefolgschaft verweigert haben könnte, offiziell nicht beantwortet.

Für den SPÖ-Kandidaten stimmten die Abgeordenten der SPÖ und der Grünen. Dörfler folgt somit dem vor zwei Wochen tödlich verunglückten Landeshauptmann Jörg Haider nach.
v.l.: Harald Dobernig, Uwe Scheuch, Gerhard Dörfler (Bild: APA/Eggenberger)
Scheuch erster LH-Stellvertreter
Zum ersten Landeshauptmannstellvertreter wurde Uwe Scheuch gewählt. Abgegeben wurden 36 Stimmen, 20 waren ungültig. Somit bekam Scheuch nur die Stimmen seiner eigenen Fraktion und die von Schwager.

Harald Dobernig, bisher Büroleiter von Haider, wurde mit 20 Stimmen zum neuen Finanzlandesrat gekürt.
Reinhard Rohr gratuliert Gerhard Dörfler (Bild: APA/Eggenberger)
v.l. Dörflers Gattin Margarethe, Enkel Jonathan und Tochter Karin mit Gerhard Dörfler (Bild: APA/Eggenberger)
ÖVP-Landesrat Josef Martinz bekommt den Bereich Gewerbe.
Dörfler zufrieden mit dem Votum
In einer ersten Reaktion zum Wahlausgang zeigte sich Dörfler zufrieden mit dem Votum. Der mögliche "Umfaller" eines BZÖ-Mandatars sei für ihn "nicht das Thema des Tages", es gelten demokratische Mehrheiten. Er werde nicht auf Fehlersuche gehen, das interessiere ihn nicht. Er werde das Amt mit "Demut, Fleiß und Verlässlichkeit und nötiger Gelassenheit gestalten". Er werde nicht versuchen, Haider zu kopieren, sondern auf dessen Fundamenten aufbauen.

Es gelte, für Kärnten zu arbeiten und bei der Landtagswahl in fünf Monaten den ersten Platz zu verteidigen. Zudem kündigte er an, ÖVP-Landesrat Josef Martinz die Verantwortung für den Bereich Gewerbe übertragen zu wollen, dieser Bereich ressortierte bisher zum Bereich Wirtschaft.

Als "Zuckerl" für die Stimmen der vier ÖVP-Mandatare für ihn als Landeshauptmann wollte Dörfler das aber nicht verstanden wissen: "Wir haben das ausverhandelt und werden gut zusammenarbeiten."
Reinhard Rohr, SPÖ (Bild: SPÖ/Gert Eggenberger) Rohr: "Keine Niederlage"
SPÖ-Chef Rohr meinte, er sehe das Ergebnis - 17 Stimmen für ihn - nicht als Niederlage: "Ganz im Gegenteil, der Erosionsprozess innerhalb des BZÖ hat offenbar bereits begonnen." Einer der orange Abgeordneten habe offenbar in ihm die bessere Alternative zu Dörfler gesehen, dafür bedanke er sich auch sehr herzlich.
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