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Chronik |
16.10.2008 |
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Die letzten Stunden von Jörg Haider
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungsakten zum Tod Jörg Haiders geschlossen. Zuvor gelangten neue, tragische Details über die letzten Stunden des Landeshauptmanns an die Öffentlichkeit - die Familie Haiders hat jetzt gegen die Veröffentlichung Anzeige eingebracht.
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In einem Klagenfurter Szenelokal dürfte Haider alkoholische Getränke zu sich genommen haben. |
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Bis Mitternacht bei offiziellen Terminen
Der letzte Tag im Leben Jörg Haiders, der 10. Oktober, unterschied sich nicht von vielen anderen Tagen des Landeshauptmanns - ein Termin jagte den andern: Am Vormittag nahm er an zwei Abstimmungsfeiern in Klagenfurt teil, um 12.00 Uhr überreichte er den Siegern des Jungmaurer-Wettbewerbes in Klagenfurt die Preise.
Von dort fuhr er weiter zu einem Interviewtermin, anschließend blieben ihm einige Stunden, um sich auszuruhen, umzuziehen und frisch zu machen, ehe er kurz vor 22.00 Uhr den letzten offiziellen Termin im Veldener "Le Cabaret" wahrnahm: Das "Blitzlicht-Magazin" eines Kärntner Szenefotografen wurde präsentiert. Gegen Mitternacht fuhr Haider dann nach Klagenfurt.
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 Gottfried Kranz |
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Vor dem Unfall war Haider in Szenelokal
Nach der Verabschiedung von seinem Sprecher Stefan Petzner soll Haider in einem Szenelokal in Klagenfurt mit einer Runde einen Geburtstag gefeiert haben.
Darauf deutet eine E-Mail hin, die die Staatsanwaltschaft Klagenfurt erhalten hat und aus der nach Angaben des leitenden Staatsanwalts Gottfried Kranz auch hervorgeht, dass Haider angeboten worden sei, ihn nach Hause zu bringen, was aber von Haider dankend abgelehnt worden sei. Unmittelbar danach dürfte es zu dem tödlichen Unfall gekommen sein, sagte der Staatsanwalt.
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Für die Staatsanwaltschaft sind die Ermittlungen praktisch abgeschlossen: Drogen oder Medikamente waren nicht im Spiel. |
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Keine illegalen Drogen im Blut
Medikamente oder illegale Drogen seien nicht im Spiel gewesen, bestätigte Kranz und widersprach damit kursierenden Gerüchten. "Beim Vortestverfahren waren alle Ergebnisse negativ, es konnten weder Drogen, noch Medikamente noch Psychopharmaka festgestellt werden, sondern einzig und allein Alkohol."
Für die Staatsanwaltschaft seien die Ermittlungen damit praktisch abgeschlossen, sagte Kranz, schließlich gebe es außer Haider selbst keine Geschädigten.
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Anwältin: "Amtsverschwiegenheit verletzt"
Die Familie des Verstorbenen brachte am Donnerstag eine Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft ein. Haider-Anwältin Huberta Gheneff übte gegenüber der APA insbesondere scharfe Kritik an Kranz wegen dessen Stellungnahme gegenüber dem ORF-Radio: "Er hat überhaupt nichts zu sagen, er unterliegt der Amtsverschwiegenheit."
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Obduktionsbericht ging an die Medien. |
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Keine Akteneinsicht für Angehörige
Die Anwältin, die Haider zu Lebzeiten vertreten hatte und nun für dessen Familie aktiv wird, kritisierte außerdem, dass die Familie nach wie vor keine Akteneinsicht habe. "Es ist beispiellos, dass Ergebnisse eines Obduktionsberichtes zuerst an die Medien und erst dann an die Familie gelangen", so Gheneff mit Verweis auf Berichte über die Alkoholisierung Haiders.
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Anzeige gegen Staatsanwaltschaft
Gheneff sprach von einer "beispiellosen Medienhetze" und kündigte eine Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft und gegen Kranz wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses an. Außerdem sei der Verdacht des Amtsmissbrauchs zu prüfen. Eingebracht werden soll die Anzeige bei der Oberstaatsanwaltschaft Graz und bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt.
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kaernten.ORF.at
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