Kärnten ORF.at
wetter.ORF.at
DI | 14.02.2012
Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler (Bild: APA/Eggenberger)
gericht
Privatdetektiv im Zweifel freigesprochen
Der bekannte Kärntner Detektiv Dietmar Guggenbichler ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt vom Vorwurf des Betruges im Zweifel freigesprochen worden. Es geht um ein 150.000-Euro-Honorar eines Schweizers für Ermittlungen.
Das Honorar von 150.000 Euro soll bei Guggenbichler nie angekommen sein. Der Auftraggeber meint, Guggenbichler habe das Geld genommen und keine Ergebnisse geliefert.
Hat Geldbote Honorar gestohlen?
Ein betagter Schweizer Millionär vertraute vor mehreren Jahren Anlageberatern viel Geld an und hoffte auf eine Vermehrung. Aus der versprochenen Vervielfachung seiner Millionen wurde nichts, das Geld war weg.

Der geprellte Schweizer wollte seinen Verlust nicht akzeptieren und mit Hilfe eines Detektivs alles aufklären. Lucona-Aufdecker Dietmar Guggenbichler trat auf den Plan. Der Kärntner sollte für den betagten Millionär Zeugen finden und schließlich auch das Geld zurückholen.

Dafür verlangte der Detektiv 150.000 Euro Honorar. Das soll er angeblich auch bekommen haben, es gibt aber keinen Beleg. Darüber gibt es unterschiedliche Aussagen, möglicherweise könnte ein Geldbote die 150.000 Euro für sich behalten haben.

Detektiv Guggenbicher und der Millionär gerieten in Streit und gingen vor Gericht. Zeugen für dubiose Geldtransaktionen gibt es bis heute keine, angeblich weil Guggenbichlers Informant aus der Schweizer Finanzmarktszene untergetaucht sei.
Widersprüchliche Beweislage
Am Mittwoch sagte der Schweizer per Videoeinvernahme beim Klagenfurter Prozess aus. Er sagte, Guggenbichler habe das Geld in die eigene Tasche gesteckt, was dieser zurückwies. Die Richterin sprach nach mehreren Verhandlungstagen ein Schlusswort: Weil die Beweislage so widersprüchlich ist, wird Detektiv Guggenbichler im Zweifel vom Vorwurf des vorsätzlichen Betruges freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte sofort eine Nichtigkeitsbeschwerde ein.
Guggenbichler sollte Jörg Haider ausspionieren.
Spitzelaffäre in Kärnten
Guggenbichler wurde in Kärnten bekannt in der Causa der sogenannten "Spitzelaffäre". Angeblich soll Guggenbichler im Jahr 2006 LH Jörg Haider im Auftrag der FPÖ bespitzelt haben - auch in seinem privaten Umfeld, was Guggenbichler bestritt. Auch im Umfeld der Hypo-Bank soll Guggenbichler ermittelt haben.
Ganz Österreich
Kärnten News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News