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Gesundheit/Politik |
14.07.2008 |
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Mandl nach Kündigung in Erklärungsnöten
Dieter Mandl, seit zwei Wochen Chef der Kabeg, wird jetzt plausibel machen müssen, warum er Herwig Wetzlinger Hausverbot erteilt hat. Er gab am Montag keine Erklärung ab - unterdessen brodelt die Gerüchteküche weiter.
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Der von Dieter Mandl suspendierte Direktor ist derzeit im Auftrag des LKH auf Geschäftsreise in Wien. |
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Wetzlinger will derzeit nicht Stellung nehmen
Neue Besen kehren gut oder wirbeln Staub auf. Dieter Mandl, der neue Chef der Kabeg, also der Muttergesellschaft aller Landesspitäler, ist erst kurz im Amt, hat aber mit der Suspendierung eines Direktors bereits einen Paukenschlag gesetzt.
Mandl hatte am vergangenen Freitag im Alleingang Herwig Wetzlinger, den kaufmännischen Direktor des LKH Klagenfurt, vom Dienst suspendiert. Dieser Schritt Mandls sorgte für großen Wirbel, zumal Wetzlinger auch maßgeblich am Projekt LKH neu beteiligt ist. In einer Sitzung am Montagnachmittag gab es keine Klärung.
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Brodelnde Gerüchteküche
Über die Gründe der Freistellung kursieren haufenweise Gerüchte. Es sind allerdings Gerüchte, die auch Mandl selbst betreffen: Gemunkelt wird, dass aus seiner Tätigkeit als Berater der Kabeg noch Honorare offen wären, die Wetzlinger mangels Leistungsnachweisen nicht bezahlen wollte.
Außerdem hatte Wetzlinger dem jetzigen Kabeg-Chef vor Jahren einen Auftrag über damals 3,7 Millionen Schilling (knapp 269.000 Euro) verweigert, weil es für diesen keine Ausschreibung gegeben hatte.
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Revanchegelüste?
Arnold Auer vom LKH Betriebsrat meinte auf die Frage, ob denn etwa Revanchegelüste das jetzige Vorgehen Mandls bestimmen: "Ich hoffe dass es nicht so ist. Wenn persönliche Befindlichkeiten dazu führen würden, ein so großes Haus wie das LKH Klagenfurt durch solche Entscheidungen zu destabilisieren, wäre man für diese Funktion nicht geeignet".
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Blauer Brief ist noch nicht angekommen
Persönlich hat Wetzlinger den von Mandl am Freitag abgeschickten "blauen Brief" noch nicht erhalten, denn der kaufmännische Direktor ist zur Zeit für das LKH beruflich in Wien unterwegs. Auf Anraten seines Rechtsanwaltes will er derzeit auch nicht öffentlich Stellung nehmen.
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Mandl spricht von "Verdachtsmomenten"
Auch Mandl wollte Montagnachmittag nach einem Gespräch mit führenden Vertretern des LKH Klagenfurt keine Erklärung abgeben. In Zeitungsartikeln wurde er zitiert, dass seiner Ansicht nach "Verdachtsmomente" gegen Wetzlinger vorliegen würden, die überprüft werden müssten.
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 Renate Haider wurde zur vorläufigen Vertreterin von Wetzlinger bestellt. |
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Was dem kaufmännischen Leiter des Krankenhauses konkret vorgeworfen wird, ist unklar. Der Spitalsneubau soll aber nicht die Ursache für die Dienstfreistellung sein. Es sei kein Vertrauen mehr vorhanden, hatte Mandl in einer Sitzung gegenüber dem Betriebsrat begründet.
Zur vorläufigen Vertreterin Wetzlingers hat Mandl die Leiterin der LKH-Finanzabteilung, Renate Haider, ernannt. Zu einer Stellungnahme vor dem Mikrofon war Mandl am Montag nicht bereit.
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 Koperna: "Die Pferde wurden ja noch nicht gewechselt." |
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Koperna hofft auf Weiterarbeit "wie bisher"
Herwig Wetzlinger war als Kaufmännischer Direktor maßgeblich am Jahrhundert-Bauprojekt "LKH neu" beteiligt. Jetzt darf er nicht einmal mehr sein Büro betreten.
Mandls Entscheidung hat Wetzlinger vom Dienst freizustellen hat auch Thomas Koperna, den Medizinischen LKH-Direktor, überrascht, er ist allerdings noch voll Hoffnung auf eine Einigung.
"Noch haben wir die Pferde ja nicht gewechselt, sondern das eine Pferd steht momentan lediglich im Stall. Ich bin aber zuversichtlich, dass es eine vernünftige Lösung geben wird und wir so weitermachen können, wie bisher."
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Arbeiter vermutet "persönliche Gründe"
Gebhard Arbeiter (SPÖ), der mächtige Zentralbetriebsrat des LKH sagte am Montag, er könne sich nicht vorstellen, dass sich Wetzlinger fachlich etwas zu Schulden kommen lassen habe. "Ich vermute persönliche Gründe hinter der Entscheidung Mandls: Es ist augenscheinlich, dass die Chemie zwischen dem Kabeg-Chef und dem LKH-Direktor nicht stimmt", sagte Arbeiter.
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Es wurden Vermutungen laut, dass es sich bei des Suspendierung um eine Revanche Mandels handeln soll. |
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Kräftemessen zwischen Wetzlinger und Mandl
Immerhin hatten sich Wetzlinger und Thomas Koperna, der medizinische Direktor des Krankenhauses, gegen Mandl als Aufsichtsratschef im Krankenhaus ausgesprochen. Dieses Kräftemessen hatte Mandl jedoch gewonnen.
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Scharfe Kritik vom designierten Landesrat
Heftige Kritik an Mandls Vorgehen übte am Montag auch der designierte Gesundheits-Landesrat Peter Kaiser (SPÖ). Auch er ortete in einer Aussendung offenbar "rein persönliche Motive" für die Suspendierung. "Das war eine rein willkürliche Entscheidung, um sich scheinbar in Vergangenheitsbewältigung zu üben!"
Solange es keine eindeutigen Belege für ein Fehlverhalten gibt, könne Wetzlinger nicht vorverurteilt und voreilig suspendiert werden. Mandl müsse schleunigst Fakten auf den Tisch legen, betonte Kaiser.
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Tauschitz fordert Nachweise oder Rücktritt
Mandl solle in einer Sondersitzung der Kabeg auf Punkt und Komma belegen, was er dem LKH-Direktor vorwirft, oder gehen, wurde ÖVP-Klubobmann Stephan Tauschitz am Montag sehr deutlich.
"Jetzt, in der wichtigsten Bauphase des LKH Neu werden Mitarbeiter und Patienten mit dieser brutalen Vorgangsweise verunsichert. Mandl soll sich in der Sitzung für seine Vorgangsweise verantworten und ganz klare Nachweise für seine Anschuldigungen auf den Tisch legen", fordert Tauschitz. Könne Mandl das nicht, solle er gehen, so Tauschitz.
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Haider verlangte "volle Aufklärung"
Auch Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ)verlangte volle Aufklärung in dieser Angelegenheit. Für Montagnachmittag wurde eine Aussprache zwischen Politikern und Kabeg-Chef Mandl angekündigt.
Kabeg-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Strutz (BZÖ) sprach sich bereits vor einigen Tagen gegen personelle Veränderungen im LKH aus. Er halte nichts davon, Hauptverantwortliche auszuwechseln, meinte er.
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